Tanja Rast: Cajan

CAJAN FINAL Als Junge verkleidet verlässt die junge, ungekrönte Königin Rebby ihr Exil, um sich endlich dem Thronräuber zu stellen, der bereits ihre gesamte Familie ausgelöscht hat. Ihr einziger Verbündeter ist der Paladin Cajan von Crollan, der gelobt, sie bis in die Herrscherstadt Torons Hald und auf den Thron zu bringen. Cajan ist uneingeschränkt loyal – dennoch hat die ganze Sache einen Haken, denn Cajan ist zur Hälfte ein Elf und damit kaum mehr als ein Straßenköter. Denn seit der Thronräuber seine Schreckensherrschaft angetreten hat, werden Elfen versklavt und gelten nicht mehr als Vieh. Und doch verteidigt Cajan seine Königin gegen alle Bedrohungen – auch die, die der Thronräuber aus anderen Welten herbeibeschwört.

 

Mit „Cajan“ stellt Tanja Rast den zweiten ihrer heroic romantasy-Romane vor, liebevoll „Schmachten und Schlachten“ oder „Conan für Frauen“ genannt – Begriffe, die das Genre passend umschreiben, denn Cajans und Rebbys Welt ist nur in den Palästen sauber – draußen müssen sich Tanja Rasts Heldinnen und Helden mit widrigem Wetter, unkomfortablen Mittelaltercamping-Situationen und der Tatsache herumschlagen., dass Gegner nun mal bluten, wenn man mit Stilett und Streitkolben auf sie eindrischt.

 

Mit einem humorvollen Augenzwinkern und doch immer dem notwendigen Ernst führt Tanja Rast ihre Figuren durch eine Welt voller Gefahren, Intrigen, Verrat und Vorurteilen, in der sich zwischen dem verachteten Halbelfen und der anfangs auch nicht ganz von Vorurteilen freien Königin nach und nach Zuneigung und Liebe entwickelt. Ist Cajan auch für Rebby anfangs nicht mehr als ein halbes Tier, so muss sie doch zugeben, dass die Loyalität und Treue des Halbelfen ebenso ihren Respekt fordern wie sein Geschick im Kampf.

 

„Cajan“ ist nicht einfach nur eine abenteuerlich-phantastische Liebesgeschichte und nicht nur ein Roman um politische Intrigen, unrechtmäßige Tyrannen und rechtmäßige Herrscherinnen, keine Geschichte um einen blutigen Kampf und dem Thron. „Cajan“ ist eine Geschichte um das Überwinden von Vorurteilen, über das „mit anderen Augen sehen“ und darüber, wie eine Königin herrschen sollte. Rebby erkennt ganz richtig, dass sie nicht nur eine Königin der Menschen sein kann, wenn sie von ihrem gesamten Reich anerkannt werden will – sondern eine Königin aller Völker. Tanja Rast versteht es, diese Erkenntnis ohne erhobenen Zeigefinger darzustellen – verpackt in einen wunderbaren Roman, den ich immer wieder lesen könnte.

Kater der Woche: Katzen liegen überall rum

kater_klein Ihr werdet es nicht glauben. Es ist geschafft!

Der Balkon, auf den wir so lange gewartet haben, ist wieder begehbar. Ach, was sage ich, er ist nicht nur begehbar, er ist beliegbar und besitzbar und überhaupt ist die Welt wieder in Ordnung.

 
Natürlich ist noch nicht alles perfekt, aber das kommt noch, da bin ich ganz sicher – ich habe ja meine Menschen, die all die kleinen Fehlerchen noch wieder ausbügeln und hoffentlich bald wieder diese gut riechenden Kräuter und hübschen Blümchen anpflanzen, in denen meine Kollegen und ich so gern liegen. Ich habe ja mal einen Menschen sagen hören, dass der Blumenkasten eigentlich ja kein Katzenrumliegeplatz ist, aber da Katzen überall rumliegen, tun wir es eben auch dort. Es riecht gut und es ist gemütlich.

 
Da seht ihr’s mal wieder, manchmal lohnt es sich doch, Geduld zu haben und abzuwarten – erst muss es scheußlich und chaotisch werden, bevor es wieder schön wird, und dann wird alles gleich doppelt und dreifach schön.

 
Genießt das schöne Wetter, arbeitet nicht zu lange und macht es euch auf euren Balkons, Terrassen und in euren Gärten gemütlich!

 
Euer sonnengewärmtes, elendig faules
Katertier

Helen B. Kraft: Schwarzstein und Königin – Erbe der Sieben Wüsten 2

schwarzstein-Cover Mit „Schwarzstein und Königin“ stelle ich euch hier den zweiten Band der Reihe „Erbe der Sieben Wüsten“ von Helen B. Kraft vor.

Diesmal geht es um Cruths und Nereys Tochter Zeynda, die eines Tages Königin der Bestien sein wird, und Daeon, den Schwarzsteiner. Beider Schicksale sind miteinander verwoben, und dennoch scheint es so widersprüchlich, dass sie ein Paar werden, ja, sogar unmöglich, bei allem, was Zeynda und Daeon geschieht – auch wenn Zeyndas Bestie davon überzeugt ist, dass Daeon der Richtige für sie ist. Doch zuerst muss Zeynda sich Verrat, Verlust und Krieg stellen – und beweisen, dass sie wirklich die Königin ist, zu der sie ihr Leben lang ausgebildet wurde.

„Schwarzstein und Königin“ steht dem ersten Band der „Sieben Wüsten“-Reihe („Aus Verrat geboren“) an Tempo, Spannung, Drama und Erotik um nichts nach. Im Gegenteil, in diesem Buch setzt Helen sogar noch einen drauf, so sehr habe ich beim Lesen mit Zeynda, Daeon und Cruth mitgefiebert. Es ist fast unmöglich, das Buch beiseite zu legen, wenn man erst einmal angefangen hat, zu lesen.
Auch hier kommt der typische Helen-Humor in Gestalt des Koboldkanzlers Barrique nicht zu kurz – und wieder schafft die Autorin es, auch einer humorig angelegten Figur so viel Tiefe zu verleihen, dass sie nicht eine Sekunde albern oder zu sehr wie ein comic relief wirkt. Ohne die Kobolde wären die Bestien einfach nicht, was sie sind.

Die Bestien werden gebeutelt in diesem zweiten Band, und das nicht zu knapp. Aber sie wären keine Bestien, wenn sie sich nicht mit gefletschten Zähnen und ausgefahrenen Hörnern ihrem Schicksal stellen würden. Bei allem, was „Schwarzstein und Königin“ mit sich bringt, darf man gespannt sein, wie es mit den Bestien und ihren erbsengrünen Verbündeten weitergeht. Ich jedenfalls kann es gar nicht abwarten, dass Band 3 sich im Verlagsprogramm von Machandel zeigt.