Neue Ideen kommen immer dann…

…wenn mensch sie gar nicht gebrauchen kann. So heute morgen unter der Dusche, als mir hunderte von kleinen Plotfetzen für ein eventuelles Feuersängerpreuel in den Kopf gekrochen kamen, das ich irgendwann einmal schreiben wollte, aber doch bitte nicht gerade jetzt! Oder vielleicht doch jetzt, das kommt ein bisschen darauf an, was für ein Feedback mir der Blitzverlag am Monatsende zum Feuersänger gibt. Ich würde wirklich gern weitere Nithyarageschichten schreiben und sie dann natürlich auch gern im selben Verlag unterbringen wie Feuersänger. Also dann. Bin dann mal plotten.

Monika Felten: “Die Nebelsängerin”

Die 16jährige Ajana staunt nicht schlecht, als sie erfährt, dass sie zum einen eine irische Ahnin hat und zum anderen von dieser auch noch etwas geerbt hat – ein faszinierendes Runenamulett mit einem Mondstein in der Mitte. Bei dem Amulett: ein Blatt mit Notenschrift. Als Ajana die Melodie zu spielen beginnt, wird sie in die phantastische Welt Nymath gezogen, bevölkert von Menschen und Elben und den mit ihnen verfeindeten Uzoma. In Nymath tobt eine Schlacht, Menschen und Elben gegen die Uzoma, die sich der Anbetung eines blutrünstigen finsteren Gottes verschrieben haben. Ajana erfährt, dass sie diejenige ist, auf die alles wartet: die Nebelsängerin, Nachfahrin eine Elbenpreisterin, die die ersten Nebel gewoben hat. Nebel, die das Land der Elben und der mit ihnen verbündeten Menschen vor dem Einfall der Uzoma schützen. Ajanas Aufgabe ist es, die magischen Nebel neu zu weben und den Kampf zu beenden.
“Die Nebelsängerin” ist der Auftakt einer Trilogie und entführt in eine stimmige, in schöner Sprache beschriebene Welt. Die Erzählweise ist eher ruhig, aber das hat mir an dem Buch eher gefallen. Gut dargestellt sind die Utoma, die, wie sich im lauf der Geschichte herausstellt, gar nicht wirklich die Bösen sind, sondern auch einfach nur an einem schönen, fruchtbaren Ort leben wollen wie die anderen Völker Nymaths.
Was mir nicht gefallen hat, ist, dass die Autorin sich in verschiedenen Mythologien und vor allem bei den Elben Tolkiens eher bedient hat als sich davon inspirieren zu lassen. Die Elben von Nymath sprechen sogar Sindarin. Die Charaktere bleiben blass und klischeehaft, bei Ajana drängt sich der Begriff “Mary Sue” geradezu auf, Nebenfiguren bleiben plakativ. Ajanas schwierige Aufgabe löst sich mehr oder weniger von allein, ohne dass die Heldentruppe mehr tut, als sich auf eine gefährliche Reise zu begeben. Handlungsfäden werden begonnen, aber nicht zuendegeführt – vermutlich passiert das in den Folgebänden, dennoch stört es mich erheblich, wenn eine tatsächlich mal interessante Figur auftaucht, nur um dann ein paar Kapitel weiter irgendwo abgeparkt und erst mal nicht mehr erwähnt zu werden. Ein ganz großes Manko ist zudem in meinen Augen die Antagonistin. Sie tritt für meinen Geschmack viel zu theatralisch auf und wirkt streckenweise auf mich eher lächerlich als gefährlich.
Fazit: “Die Nebelsängerin” ist eine nette, leicht und schnell zu handhabende Lektüre für nebenbei, allerdings ohne großen Tiefgang. Ich war enttäuscht.

Kira Maeda: “Seidenfessel”

Isabelles Halbbruder Shin ist verschwunden, und Isabelle reist nach Japan, um etwas über seinen Verbleib herauszufinden. Als ihr klar wird, dass Shin Verbindungen zur japanischen Mafia haben muss, beginnt sie, als Journalistin getarnt Erkundigungen über die Yakuza einzuziehen – und sieht sich wenig später selbst in deren Händen. Der geheimnisvolle Yakuza Toshi bietet ihr einen Handel an – einen Monat lang erfüllt sie die von ihm gestellten Aufgaben, und besteht sie diese, bekommt sie die gewünschten Informationen über Shin. Isabelle willigt ein und ist schon nach kürzester Zeit verstrickt in mehr als nur seidene Fesseln.
Toshi zieht sie an wie das Licht einen Nachtfalter. Zu unwiderstehlich ist sein Charme, zu gnadenlos seine erotische Ausstrahlung. Was als Handel begann, wird zum Spiel um Macht. Wie gefährlich dieses Spiel tatsächlich ist, wird Isabelle erst klar, als sie sich ihrer Gefühle für Toshi bewusst wird – und Toshis Feinde erkennen, wie wichtig die aufregend schöne Isabelle für die Zukunft des Oyabun ist. 

Von der ersten bis zur letzten Seite habe ich diesen Roman verschlungen und schon nach der allerersten erotischen Szene sabbernd auf dem Sofa gesessen. Kira Maeda versteht es, auch Bondage-unerfahrenen Leserinnen wie mir die Kunst des Shibari schmackhaft zu machen. Zwischen den Seiten knistert es gehörig, man kann es kaum erwarten, Isabelle ihre nächste erotische Aufgabe lösen zu sehen. Dabei bleiben die Schilderungen ihrer Sexabenteuer stets ästhetisch, und auch Leserinnen, die Bondage/SM eher ablehnen, dürften die Szenen nicht zu hart erscheinen. Dazu entführt Kira Maeda ihre Leser(innen) in die exotisch-fremde Welt Japans, und man merkt jedem kleinen Detail an, dass die Autorin Asien liebt.
Mir hat das Buch sehr viel Spaß gemacht, und ich kann es jeder Liebhaberin erotischer Literatur nur empfehlen.

 

Uahhhh

Es ist halb sieben und ich bin wach. Naja, zumindest sowas ähnliches. Eigentlich könnte ich die Zeit ja nutzen, um vor der Arbeit noch ein bisschen zu schreiben oder mir zumindest einen kreativen Titel für das kommende Kapitel auszudenken. Nix. Kopf leer. Und es regnet. Immer noch. Oder schon wieder? Hallo Montag.

Midbookblues

Anfänge sind toll. Am Anfang eines neuen Projektes ist alles neu, alles spannend und man rauft sich erst einmal mit seinen Figuren zusammen, lernt sie kennen, überlegt, was man ihnen alles antun kann. Ein neues Buch, eine neue Geschichte zu beginnen ist unentdecktes Land, eine Herusforderung für den kleinen Forscher in mir. Ich schreibe nicht vollkommen konzeptlos, aber immer aus dem Bauch heraus, ohne akribisches Planen. Plothilfen wie die Schneeflockenmethode sind mir ein Graus. Viel zu viel Arbeit vor dem eigentlichen Schreiben, das kann ich nicht brauchen, wenn ich einfach nur schreiben will. Mit Kopfsprung in die neue Welt. Jippieh.
Schlüsse sind toll, wenn auch immer mit einem Hauch von Melancholie verbunden. Eine Geschichte ist zuende, für den einen geht es gut aus, für den anderen nicht, wieder einer ist sich nicht so ganz sicher, ob er denn nun ein happy ending bekommen hat oder nicht. Ein schönes Ende zu schreiben, das den Leser zufriedenstellt und nicht allzu viele Fragen offen lässt, ist etwas Schönes. Jippieh.
Mitten sind DOOF. Zumindest für mich. Ich weiß, wie eine Geschichte beginnt und wie sie enden soll, aber was um Himmels Willen passiert in der Mitte? Da bin ich gerade. Im schönsten Midbookblues. Und Ilaro und Yashar dürfen es ausbaden. Kein Jippieh.

Die Rote Tür: Projekthalbzeit… oder so

Ich habe keine Ahnung, ob ich dieses Manuskript jemals einem Verlag anbiete. Ich mag es, aber es ist doch schon sehr gewagt und deutlich mehr hardcore als ich sonst so schreibe. Einige Szenen sind doch arg… *hust*… explizit. Spaß macht’s, aber ob ich dafür einen Verlag finde? Vielleicht wäre es einfacher, wenn entweder mein Held oder der LoveInterest weiblich wären und ich ein Heteropächen stricken würde, aber Homoerotik ist einfach mein Ding und macht mir am meisten Spaß. Ich fürchte nur, für die Verlage, denen ich das Ding anbieten könnte, ist es viel zu lang. Hm. Fortsetzungsroman? 🙂

Mein Protagonist Ilaro sitzt gegen seinen Willen in einem Bordell fest und hatte seinen ersten wirklich garstig gemeinen Kunden. Die Szene zu schreiben ist mir richtig schwergefallen, ich war wirklich nicht nett zu meinem Helden, dementsprechend mies fühlt er sich auch gerade. Aber gottseidank ist da ja Yashar, der nicht nur ein ausgezeichneter Liebhaber, sondern wohl auch noch ein Seelenheiler ist, zumindest hat er mir das gerade gesteckt und ich bin gespannt, was für Facetten ich an meinem süßen kleinen Dämon noch entdecke. Auf jeden Fall bin ich gerade mal wieder so richtig schön im Flow und habe mir vorgenommen, den Roman diesen Monat zu beenden. Mal sehen, ob das klappt.