Kater der Woche: Ups! Total vergessen!

kater_klein Hallo, liebe Lesende! Da bin ich wieder, euer Katertier – mit ganzen zwei Tagen Verspätung. Das tut mir leid! Mein Mensch und ich hatten so viel um die Ohren, dass wir beide es schlichtweg vergessen haben, uns am Montag zu melden, wie immer. Denn: Montag ist Katertag. Eigentlich. Asche und Katzenstreu auf unsere Häupter.

So. das reicht nun aber auch mit dem schlechten Gewissen. Kennt ihr das eigentlich auch? Dieses dumme kleine schlechte Gewissen, das sich immer wieder meldet? Diese Schuldgefühle, die wie Mäuse am Käse beharrlich weiternagen, obwohl “Bitte entschuldige, verzeih mir” gesagt und der andere “Aber klar doch – kann passieren, aber wir sind und bleiben doch Freunde!” gesagt hat? Ich möchte euch gern ein wenig von meiner kätzischen Gelassenheit geben und euch raten: lasst es gut sein.
Wenn der Fehler erkannt, um Verzeihung gebeten und verziehen wurde, dann lasst es dabei und gebt dem Gras die Gelegenheit, gemächlich über alles zu wachsen. Denn vergangene Fehler immer wieder aufzukochen, zermürbt auf Dauer und macht bitter.
Jemand sagt dir: ich verzeihe dir!
Dann nimm es an und freu dich darüber, dass die ganze dumme Sache aus der Welt ist!

In diesem Sinne – ich gehe davon aus, dass ich es mir nicht übel nehmt, dass ich mich verspätet habe udn verbleibe bis kommenden Montag

Euer schnurrendes
Katertier

Mal wieder Zentangle: Mustermixer #18

kreativ_zentangle Eine meiner anderen kreativen Adern lebt sich mal wieder aus: ich habe viel zu lange nicht getangled. Erst beim Tanglen fiel mir auf, wie sehr mir das gefehlt hat. Also: ab jetzt mal wieder öfter. Und gleich wieder richtig in die Vollen: mit der Mustermixerchallenge von Freude mit Zentangle. Die zu mixenden Muster: Paradox und Auraknot. Das Ergebnis ist ein Entwurf für eine Grußkarte mit Tanglemotiv. Ein Klick vergrößert das Bild.

 

 

mixer18

 

Erwählte des Zwielichts 60

Ary-Beitragsbild-Zwielicht (1) Niemand schien sich darüber zu wundern, dass die vier Kundschafter unter sich blieben. Malika war erleichtert darüber, dass die anderen Soldaten und Kundschaftertruppen sie in Ruhe ließen. So war es leichter, über die Dinge zu reden, die sie am Abend noch nur mit Liandras hatte teilen wollen. Sie wartete, bis alle vom Essenfassen zurück waren, dann zog sie die Ledertasche hervor und begann, Javarons Aufzeichnungen herauszuholen, als letztes das uralte, schwarze Buch aus dem doppelten Boden seiner Reisetruhe.
Nidhan zog die Brauen zusammen. „Was ist das?“
„Bücher, die Javaron gehört haben. Er hatte mir an seinem letzten Tag gesagt, dass er mir … Dinge über die Ni-Thi-Yanara erzählen würde. Aber er kam nicht mehr dazu, weil er vorher starb. Also habe ich mir mit Liendras Hilfe die Aufzeichnungen geholt, die er bei sich hatte.“
„Was haben diese Ni-Thi-Yanara mit der Schlacht zu tun?“ Dirian kratzte mit seinem Dolch den Schmutz unter seinen Nägeln hervor. „Ich dachte, damit wollten wir nichts zu schaffen haben.“
„Will ich auch nicht“, sagte Malika. „Aber anscheinend sind sie der Schlüssel. Oder das, was damals mit ihnen passiert ist. Als sie verschwanden, weil man ihre Götter vernichten wollte. Wer auch immer ‚man‘ war. Ich glaube, jemand will nicht, dass es ein Volk gibt, das sowohl Licht als auch Dunkel in sich trägt. Wir können die Nithyara ignorieren, wir müssen nichts mit ihnen zu schaffen haben, und da sie sich nicht mehr einmischen, können wir doch einfach so tun, als gäbe es sie nicht. Aber anscheinend ist es so einfach nicht. Sie sind wieder da, und jemand weiß davon. Jemand, der nicht wollte, dass Javaron mir von den allerersten Ni-Thi-Yanara berichtet. Jemand, der nicht will, dass ans Licht kommt, was damals passiert ist.“
Dirian schüttelte den Kopf. „Mich würde eher interessieren, wie Tayara und die anderen es geschafft haben, so viele Lichtlinge zu vernichten und dabei so gut wie ohne Verluste vom Schlachtfeld zu gehen.“
„Ich glaube wie Malika“, sagte Liandras, „dass das eine mit dem anderen zusammenhängt. Zeig uns die Bücher, Mal. Sehen wir einmal, was unser Chronist geschrieben hat.“
Malika reichte die Bücher herum, das Schwarze behielt sie selbst in den Händen. Noch schlug sie es nicht auf. Sie wartete.
„Das hier sind Aufzeichnungen der letzten Wochen“, sagte Liandras, nachdem er rasch die Ledermappe mit den losen Blättern durchgesehen hatte. „Die Aufzeichnungen beginnen vor einem halben Jahr und enden vor einer Woche. Kriegsberichte. Rekrutierungen, Schlachtpläne, Verluste. Das liest sich eher wie Listen als wie eine Chronik.“
„Das hier ist Javarons Tagebuch.“ Nidhan legte ein Buch aufgeschlagen in die Mitte ihre Kreises. Im Feuerschein schimmerte Javarons winzige Handschrift. Die letzte Seite endete mit einem Bericht über Tayaras letzte Schlacht. Malika glaubte, Javarons Stimme zu hören, als sie seine Worte las.

Ich kann mich nicht erinnern, jemals so ein Unwetter erlebt zu haben. Der Himmel verdunkelte sich, Wolken schoben sich vor die Sonne und tranken ihre Strahlen, verwandelten Helligkeit in Schatten und unseren größten Nachteil in einen kleinen Vorteil gegen die Krieger des Lichtes. Die Luft schmeckte seltsam, so, als würde Metall brennen. Sie ließ Funken in unserem Haar knistern. Der Wind, der in der Dämmerung noch frisch geweht hatte, schwieg jetzt. Ich hörte das Schnauben der Pferde beider Seiten, Schritte, dann das Klirren, mit dem Schwert auf Schwert trifft. Das Sirren von Pfeilen in der Luft. Rufe. Schreie. Und dann kam der Donner. Das Krachen ließ mich beinahe taub werden, und die Blitze, die gleich darauf den Himmel zerrissen, waren so gleißend hell, dass ich glaubte, für einen Moment blind zu sein.
Bevor mich der Pfeil streifte, sah ich noch, wie die Lichtlinge fielen. Sie erstarrten mitten in der Bewegung, ich sah, wie sie die Münder aufrissen, aber ich hörte keine Schreie. Ihre Augen waren geweitet. Ich sah es, denn der, der mich erschlagen wollte, stand so nah vor mir, dass ich seinen Atem auf dem Gesicht fühlen konnte. Er wollte nach mir schlagen, aber er tat es nicht mehr. Er erstarrte, wie alle anderen auch. Und der Blick seiner tiefschwarzen Augen wird mich bis ins Grab verfolgen.

„Götter, ich hoffe, sein Todesschlaf ist nicht durchzogen von diesen Bildern.“ Malikas Magen zog sich zusammen bei Javarons letzten Worten.
„Das klingt wie Zauberei“, murmelte Nidhan, „wie dunkelste Zauberei, vor der sich selbst unsere Magier scheuen sollten.“
„Sie waren es nicht. Javaron hat es mir versichert, bevor er starb, und auch Iendra. Wir hatten nur noch drei Magier. Sie hätten das niemals vollbringen können!“
„Nicht allein“, stimmte Liandras zu. „Aber wenn sie Hilfe hatten … wenn Tayara tatsächlich gebetet hat, wie sie mir versicherte …“
„Gebetet – aber zu wem? Welche Gottheit antwortet auf so eine Weise? Welche antwortet überhaupt noch?“ Nidhan klappte das Buch zu.
„Die der Ni Thi-Yanara, wenn man den anderen glauben darf“, murmelte Malika. „Und vielleicht auch die, die diese Götter tot sehen wollen. Wer kann das Verschwinden anderer Götter mehr wollen, als wieder andere Götter, die ihre Macht in Gefahr sehen?“
Dirian schnaubte. „Das ist mir zu hoch. Es klingt, als seien die Götter auch nicht anders als wir. Kriege, Intrigen, Machtspielchen? Ist das nicht ein wenig unter der Würde eines Gottes?“
Liandras lächelte bitter. „Und was, wenn die Götter gar nicht so anders sind als ihre Geschöpfe? Was, wenn sie uns für ihre Pläne einnehmen und benutzen?“
„Jetzt klingst du wie Iloyon“, brummte Nidhan. „Das ist doch alles Unsinn. Was steht in deinem Buch, Mal?“
Malika schlug das kleine schwarze Buch behutsam auf. Die Seiten und der brüchige Ledereinband knisterten unter ihren Fingern. Sie musste blinzeln. Javarons Handschrift war schon in seinen Aufzeichungen zum Krieg klein, hier war sie geradezu winzig, als hätte der Chronist versucht, möglichst viele Worte in dieses dünne Buch zu bannen. Sie suchte vergeblich nach einem Inhaltsverzeichnis, also blätterte sie wahllos und überflog die Überschriften. „Es sieht so aus, als hätte er Legenden gesammelt“, sagte sie schließlich. „Javaron hat das alles selbst aufgeschrieben, aber es ist nicht seinen Gedanken entsprungen und beruht nicht auf Dingen, die er erlebt hat. Ich weiß nicht, wann er angefangen hat, sich damit zu befassen, aber das sieht wirklich alt aus. Das sind … Märchen. An einiges davon erinnere ich mich. Meine Mutter erzählte mir diese Geschichten, als ich noch ein Kind war. Die Schlachten des Nachtkriegers. Die Geschichte vom Nachtkrieger und der Todesherrin, und wie sie gemeinsam die Flamme der Heilung schufen.“ Malika blätterte weiter. „Aber da ist auch einiges, von dem ich noch nie etwas gehört habe. Hier geht es um die Ni-Thi-Yanara und ihre seltsamen Götter. Den Nachtschatten und die Sternenherrin. Und um einen Erzfeind dieser Götter. Um einen Kreislauf, der immer wieder neu beginnt. Ein Rad aus Licht und Dunkelheit. Es geht um Völker des Lichtes und der Dunkelheit, die sich bekriegen. Immer wieder. Es ist ein Krieg, der nie endet und …“ Malika ließ das Buch sinken.

Kater der Woche: Schön haben wir’s!

IMG_1227_(800_x_600)IMG_1233_(800_x_600)IMG_1235_(800_x_600) Guten Tag zusammen! Liebe Katerfreunde, ich kann euch sagen, schön haben wir es hier!

Auch wenn das Wetter vielleicht nicht das Allerbrillanteste ist, genieße ich doch die kleinen Sonnenphasen und setze mich auf MEINEN Balkon, schnuppere an Blumen und genieße einfach nur die frische Luft. Bei einem Klick auf die Bildchen seht ihr eine größere Version. Nicht immer ganz scharf, aber mal ehrlich und unter uns, wer ist denn schon immer ganz scharf?

Es müssen nicht immer die ganz großen Dinge sein, an denen wir uns freuen. Ich freue mich über den Sonnenstrahl, der mir den Pelz wärmt, die neuen Kräuter mit ihrem schönen frischen Duft, und die Tatsache, dass ich endlich wieder meine kleine persönliche Freiheit genießen kann.

Kennt ihr das? Nehmt ihr euch auch immer wieder vor, die Schönheit der kleinen Dinge zu sehen? Die Löwenzahnblüte am Straßenrand, die bizarren Wolkenformen, den Sonnenuntergang? Die unerwartete Postkarte, die zeigt, da denkt jemand an dich? Ein Lächeln, eine Umarmung, ein freundliches Wort?

Ich habe zusammen mit meinem Menschen lange nach dem Glück gesucht. Und irgendwann haben wir zufrieden festgestellt, dass es uns gut geht, dass wir gesund sind, ein warmes Plätzchen haben, genug zu futtern, Sicherheit, Geborgenheit und Liebe. Reicht das etwa nicht zum Glücklichsein?

Denkt mal drüber nach! Und wenn ihr das Gefühl habt, dass euch zum Glücklich-oder zumindest zum Zufriedensein noch etwas fehlt, dann schaut doch mal nach, ob ihr schon eine Katze habt. Denn die Gesellschaft von Katzen macht gatrantiert glücklich.

*schnurr*

Euer
hochzufriedenes Katertier

Erwählte des Zwielichts 59

Ary-Beitragsbild-Zwielicht (1) „Da ist etwas drin …“ Iendra schob ihre schmalen Hände in den Spalt, den ihr Dolch hinterlassen hatte, und zerrte ein dünnes Buch hervor. Es war so alt, dass es knisterte, der schwarze Ledereinband wirkte brüchig. Sie reichte es Malika und kramte noch einmal in dem Geheimfach. Schließlich schüttelte sie den Kopf. „Nichts mehr. Nur das. Pack es weg, die anderen starren uns schon an, als wären wir wahnsinnig.“
Malika schob das Buch in die Tasche. Dann stopfte sie die Kleidung zurück in die Truhe, schloss den Deckel und wandte sich ab. Iendra folgte ihr.

Als sie aufbrachen, stand die Truhe immer noch da, der Deckel aufgerissen und die Kleider herausgezerrt – anscheinend hatte sie jemand brauchen können. Malika spürte den Riemen der Umhängetasche schon nach kurzer Zeit schmerzhaft in ihre Schulter schneiden, aber sie wollte Javarons Bücher keinem anderen anvertrauen.
Liandras schloss zu ihr auf, während sie marschierten. „Hast du etwas gefunden?“ raunte er ihr zu.
„In seiner Kiste waren ein paar Bücher. Iendra und ich haben alles, was irgendwie nach Schriftstück aussah, eingepackt, ich habe die Sachen bei mir. Wir sehen sie uns an, wenn wir rasten. Wie stehen Nidhan und Dirian zu all dem, was geschehen ist?“ Malika sprach es nicht aus, aber sie wusste, dass Liandras verstand. Trauen sie Tayara noch?
„Sie misstrauen allem hier“, sagte er leise. „der Ausgang dieser Schlacht macht alle misstrauisch, aber sie schweigen alle. Niemand will sich mit Tayara anlegen. Götter, sie war schon immer unnahbar und eisig, aber jetzt … mir graute vor ihr, als ich gestern in ihrem Zelt war. Etwas an ihren Augen macht mir Angst. Klingt albern, ich weiß.“
„Nein.“ Malika fasste seine Hand. „Ich bin mir sicher, dass jemand Javaron umgebracht hat“, wisperte sie. „Vielleicht sogar Ta …“
„Sei still! Warum sollte …?“
„Ich weiß es nicht. Es ist nur ein Verdacht. Wir müssen und die Bücher ansehen.“
„Warum hast du ihn überhaupt nach den … du weißt schon … gefragt? Waren wir uns nicht einig, dass sie tot sind für uns? Dass sie nicht mehr existieren?“
Malika hob mit einem leisen Seufzen die Schultern.
„Ich glaube, so einfach ist es nicht mehr“, sagte sie. „Nicht mehr, seit ich die Überreste der Schlacht gesehen und gehört habe, was Tayara zu dir gesagt hat.“
„Also gut. Sehen wir uns die Bücher an.“

Malika ließ sich ins Gras fallen, wo sie stand, als die Generäle endlich Halt für den Tag befahlen. Die ganze Nacht hindurch hatte Tayara sie marschieren lassen, als seien sämtliche Heere des Lichts hinter ihnen her, sie hatte ihnen keine Rast gegönnt und jeden gnadenlos antreiben lassen, der zurückblieb.
Die Sonne war schon aufgegangen. Malika blinzelte. Sie war hundemüde, dennoch verschaffte sie sich einen Überblick über das Lager und gesellte sich zu Liandras. „Ein Zelt“, sagte sie, „wir teilen. Dann haben wir Ruhe.“
Während sie aus gesammelten Ästen und den mitgebrachten Planen einen einfachen Unterschlupf errichteten, gesellten sich Dirian und Nidhan zu ihnen und bauten ihr Zelt neben ihrem auf.
„Was denkt ihr über all das?“ fragte Liandras nach einer Weile, „Tayara, die Schlacht, diesen raschen Aufbruch?“
Nidhan hieb mit seinem Hammer ein Holzstück in den Boden, als wollte er einen Lichtling erschlagen. „Ich habe keine Ahnung, was ich denken soll. Dieses Schlachtfeld verfolgt mich, ich habe den ganzen Tag davon geträumt. Ich habe Schatten gesehen, die sich um alles schlangen, was irgendwie nach Licht roch. Mir laufen jetzt noch Schauer über den Rücken, wenn ich daran denke. Gruselig.“
Dirian nickte stumm.
Mailka warf einen Blick in die Runde. „Wir müssen reden“, sagte sie. „Holen wir uns Essen. Und dann treffen wir uns hier wieder.“

Interview: Tanja Rast über Cajan und Anderes

Tanja Rast Bild 2 Liebe Tanja, danke, dass Du dich für dieses Interview zur Verfügung gestellt hast!
1. Du warst ja schon mal bei mir zu Gast, als „Arrion“ erschien. Magst Du dich trotzdem noch einmal ganz kurz vorstellen?

Ich wurde schon als norddeutsches Urgestein bezeichnet – und als niedlich. Letzteres erschüttert mich immer noch. Ich bin eine echte Kieler Sprotte, ergo in Kiel geboren, liebe voller Stolz unseren Bungsberg (168 Meter hoch, ja, es ist ein Berg, sonst würde er Bungsmaulwurfshaufen heißen), habe eine Vorliebe für Museen, viele Tiere und praktische Recherche. Wie funktioniert Geheimtinte? Kann ich – also eigentlich mein Held, für den ich das herausfinden muss – mit Handschellen eine Leiter hochklettern?
Ich lebe mitten auf dem platten Land. Für Nicht-Schleswig-Holsteiner: Es gibt Gerüchte, dass man hier „oben“ morgens schon sehen kann, wer mittags zu Besuch kommt. Stimmt nicht! Wir haben Wälder, die uns die Sicht nehmen. Und Maisfelder. Dafür genieße ich Sternenlichtnächte auf dem Lande ohne nennenswerte Lichtverschmutzung.
In meinem Kopf tummelten sich schon immer viele Geschichten, und irgendwann – es war natürlich während der Pubertät – kam ich auf die Idee, sie aufzuschreiben. Erste Versuche waren selbstredend gruselig. Es gibt da einen Schriftstellerratschlag, das erste Buch wegzuschmeißen. Ich hab es zwanzig Jahre später neu geschrieben.

2. Jetzt ist „Cajan“ da, der zweite Heroic Romantasy, der bei Amrûn erscheint. Wie fühlst du dich?

Es ist immer noch aufregend. Cajan gehört zu den Helden, die mir am meisten am Herzen liegen. Im Gegensatz zu Arrion, der ja vor allem eine große Klappe hat (auch wenn er viele seine hochtrabenden Eigenlobreden tatsächlich wahrmachen kann), ist Cajan ein stiller Held. Das reicht bis zu Verschlossenheit, die natürlich auch in seiner Herkunft seine Wurzeln hat.
Besonders aufregend war für mich, Cajan das erste Mal „live“ auf der Leipziger Buchmesse zu sehen. Ich kannte natürlich das Cover und meine Druckfahnen, aber in echt, als wirkliches Buch, war das alles noch viel schöner.

3. Große Helden, heroische Schlachten, starke Frauen, böse Fieslinge – ein Patentrezept?

Keine Ahnung! Ich schreibe, was mir Spaß macht, was ich selbst lesen möchte. Ich mag keine kleinen Frauchen als Heldinnen, die beständig gerettet werden müssen und scheinbar ohne starken Mann zum Anlehnen nicht überlebensfähig sind. Was die Heroics für mich so reizvoll macht, liegt in der Bindung zwischen meinen Heldenpärchen, dass beide nur gemeinsam zum Sieg gelangen können. Das war bei Arrion und Neve schon eindeutig durch die Gabe des Geistergesangs, und auch bei Rebby und Cajan ist es nicht anders. Einer von ihnen alleine hätte vielleicht überlebt, aber niemals die Entwicklung durchmachen können, die zum guten Ende geführt hat. Es gibt da den Spruch „Gemeinsam sind wir unausstehlich!“ – Ganz bestimmt sind meine Heldenpaare das aus der Sicht ihres jeweiligen Gegners!
Ich denke, dass die Ideenfunken mich schon einige Jahre begleitet haben. Genau wie Arrion kommt Cajan aus einer gewissen Ursuppe, die mich schon lange verfolgt. Shakespeare mischt da ebenso mit wie Georgette Heyer – ich weiß, dass das ein krasser Gegensatz ist! Berührt haben mich auch die Romane um Kane, die literarische Interpretation des biblischen Brudermörders Cain, der zur Strafe unsterblich und beständig mit fiesen Übergegnern im Clinch ist. Nur … mir fehlte bei Karl Edward Wagner etwas. So irre ich Kane als Figur finde, so erschienen mir persönlich die Romane als zu sehr auf Außensicht konzentriert. Ich saß davor und dachte mir, wie viel mehr ich gerne über den Helden erfahren möchte, mehr aus seiner Gedankenwelt, mehr aus den Tiefen seines Inneren. Dazu kommt meine Leidenschaft für Happy Endings. Und schon rührte ich zwei Genres zusammen, die vielleicht niemals für das Zusammenrühren gedacht gewesen waren: Heroic Fantasy und Romance.

4. Wie bist Du auf die Idee zu „Cajan“ gekommen?

Ich spiele gerne mit Klischees, die ich noch viel lieber in ihr Gegenteil verkehre, Erwartungen erwecke, um sie dann auszutricksen. Cajan ist so ein Klischee: ein Halbelf, der in sich das Beste beider Elternteile vereint. Groß, schwer, stark und mit erstaunlichen Gaben von Elfenseite gesegnet. Aber er ist kein Held des Lichts, sondern schmutzig und mit Kanten und Ecken versehen. Hinzu kommt, dass Elfen in seiner Welt nicht als edel, weise und mystisch angesehen werden, sondern als niedere Rasse, die recht passable Sklaven abgibt. Nicht von ungefähr wird Cajan auch als halbes Tier bezeichnet.
Wo kommen Ideen her? Mit der Frage habe ich mich schon oft beschäftigt, und mitunter versuche ich auch, während sich Helden in meinem Kopf einnisten, herauszufinden, wo genau die jetzt wieder hervorgekrochen sind. Meistens finde ich es nicht heraus. Bei Cajan stammt der Erstfunke von einem Film, der völlig ohne Elfen, Kuggels und ähnliches auskam. Es war sogar nur ein Gesichtsausdruck, aber ich spürte die Luftverdrängung, als mit einem Mal einmeterneunundneunzig Halbelf hinter mir standen und mir ausgesprochen neugierig über die Schulter sahen.

5. Und woher holst du die Ideen für Kreaturen wie Davan, Kuggels und Vilogh?

Sie laufen, schwimmen und fliegen mir zu? Nun, zumindest die Kuggels sind eine Hommage mit Zähnen. Meine Davan sind eine verkleinerte Version der grünen Riesen aus einem früheren Roman, in der ein Held des irdischen Jetztzeit durch ein Portal in die Grüne Welt gelangt, ein Reich, in das vor rund 2000 Jahren schon ein Teil von Cäsars Legionen aus dem Eroberungsfeldzug in Gallien geraten ist und dort das bestehende Machtgefüge der indigenen Stämme durcheinander bringt. Wie gut, dass mein Held ein Schotte ist, ergo von den Pikten abstammt und außerdem fließend Latein spricht und ein wandelndes Geschichtslexikon ist. Oh, mit einem Schwert kann er auch noch umgehen. Die grünen Riesen auf jeden Fall waren groß, furchteinflößend und so leicht ablenkbar wie Kinder, die die Sandkiste stürmen.
Die Vilogh … ein wenig Dinosaurier, viel Krokodil und obendrauf böse Mieze. Eine uralte, geheimnisvolle Kriegerrasse, die nur einen Schwachpunkt zu besitzen scheint.

6. Wenn Du Cajan und Rebby persönlich treffen würdest, was würden sie dir wohl sagen?

Cajan würde nichts sagen. Er würde mich wortlos erwürgen. Ich verstehe das gar nicht. Ich habe ihn wirklich lieb und während des Schreibens sehr um ihn gezittert!
Und Rebby würde mir Vorhaltungen machen, wie gemein ich doch zu Cajan war. Und dass sie die alte Lederrüstung und deren Mitbewohner sehr übel nimmt.

7. Wie sehen Deine Pläne aus? Wird es noch mehr große Helden geben?

Wenn es nach mir geht: Ja! Cajan ist ja erst der zweite Roman von inzwischen zwölf geschriebenen. Da ist also noch tüchtig Luft nach oben. Und ich habe derzeit keinerlei Bedenken, dass mir die Ideen ausgehen werden. Notfalls ködere ich sie mit Marzipankartoffeln. Sie lieben Marzipankartoffeln!

8. Woran arbeitest du gerade schreibenderweise?

Ich bin im Augenblick den Heroics ein kleines bisschen untreu: Ich schreibe gerade am vierten Gay-Romance-Roman dieses Jahres. Immer noch getreu meiner Grundeinstellung, dass ein Paar nur als Team gewinnen kann, lange nicht so blutig und brachial wie die Heroics, und meine Helden sind auch deutlich jünger als der heroische Durchschnitt von knapp Vierzig (Roveon und Kenna verjüngen den Schnitt ein wenig). Es sind Liebesgeschichten vor einem Abenteuerhintergrund, dessen Gefahren das junge Paar zusammenschweißen, Belastungsproben unterwerfen und fordern.
Aus Autorinnensicht ist das für mich sehr reizvoll, weil ich zwei schöne Männer habe, die ich angemessen bewundern darf. Und die Gerüchte, dass verliebte junge Männer zu Dummheiten neigen können, bestätige ich in diesen Romanen ebenfalls. Geplant ist, dass diese vier Romane nächstes Jahr im Selfpublishing ihre Leserinnen finden sollen. Erste Betaleserinnenrückmeldungen(das ist ja ein übel langes Wort!) fallen sehr positiv aus, und so wage ich mich gespannt an etwas mehr Streuung.
Für dieses Jahr steht sonst noch mein Revolutionsepos „Aemera“ auf meiner Schreibwunschliste. Ein dezentes Steampunksetting, ein blutiger Auftstand, keine Liebesgeschichte, aber Figuren, die den Leser hoffentlich durch die starken Kontraste fesseln werden.
Und dann? Im November ist NaNoWriMo (schreibe mindestens 50.000 Wörter binnen des Novembers an einem frisch begonnenen Roman), und ich schiele in Richtung meines Mammutwerks „Lotrins Chronik“, die aus einer verbindenden Handlung und vielen Einzelschicksalen besteht. Eines dieser Einzelschicksale böte sich für den NaNoWriMo an. Mal gucken.

9. Gibt es noch etwas, das Du unbedingt loswerden möchtest?

Oh, dass ich verrückt bin? Dass ich eine Sabbeltante bin, was sich besonders bei nicht-schriftlichen Interviews als erheiternd herausstellen kann?
Wenn ich einmal Werbung machen darf: 20. – 29. Mai läuft der erste Phantastik-Kongress. Dreißig Interviews mit Autoren, Buchverlosung, eine kostenlose Onlineveranstaltung. Im großen Gewinnspiel sind auch Cajan und Arrion in der Bücherkiste, und ich wurde interviewt. Glücklicherweise ohne Unterbrechung seitens meiner fröhlichen Hündin, die zu gerne auf meinen Schoß gehopst wäre. Aber das ist eine andere Geschichte!

Liebe Tanja, ich danke Dir für dieses Interview und wünsche Dir ganz viel Erfolg mit „Cajan“!

Ich danke Dir!

Wollt ihr mehr über Tanja erfahren?

Dann besucht sie auf ihrem Autorenblog!

Tanja Rast: Cajan

CAJAN FINAL Als Junge verkleidet verlässt die junge, ungekrönte Königin Rebby ihr Exil, um sich endlich dem Thronräuber zu stellen, der bereits ihre gesamte Familie ausgelöscht hat. Ihr einziger Verbündeter ist der Paladin Cajan von Crollan, der gelobt, sie bis in die Herrscherstadt Torons Hald und auf den Thron zu bringen. Cajan ist uneingeschränkt loyal – dennoch hat die ganze Sache einen Haken, denn Cajan ist zur Hälfte ein Elf und damit kaum mehr als ein Straßenköter. Denn seit der Thronräuber seine Schreckensherrschaft angetreten hat, werden Elfen versklavt und gelten nicht mehr als Vieh. Und doch verteidigt Cajan seine Königin gegen alle Bedrohungen – auch die, die der Thronräuber aus anderen Welten herbeibeschwört.

 

Mit „Cajan“ stellt Tanja Rast den zweiten ihrer heroic romantasy-Romane vor, liebevoll „Schmachten und Schlachten“ oder „Conan für Frauen“ genannt – Begriffe, die das Genre passend umschreiben, denn Cajans und Rebbys Welt ist nur in den Palästen sauber – draußen müssen sich Tanja Rasts Heldinnen und Helden mit widrigem Wetter, unkomfortablen Mittelaltercamping-Situationen und der Tatsache herumschlagen., dass Gegner nun mal bluten, wenn man mit Stilett und Streitkolben auf sie eindrischt.

 

Mit einem humorvollen Augenzwinkern und doch immer dem notwendigen Ernst führt Tanja Rast ihre Figuren durch eine Welt voller Gefahren, Intrigen, Verrat und Vorurteilen, in der sich zwischen dem verachteten Halbelfen und der anfangs auch nicht ganz von Vorurteilen freien Königin nach und nach Zuneigung und Liebe entwickelt. Ist Cajan auch für Rebby anfangs nicht mehr als ein halbes Tier, so muss sie doch zugeben, dass die Loyalität und Treue des Halbelfen ebenso ihren Respekt fordern wie sein Geschick im Kampf.

 

„Cajan“ ist nicht einfach nur eine abenteuerlich-phantastische Liebesgeschichte und nicht nur ein Roman um politische Intrigen, unrechtmäßige Tyrannen und rechtmäßige Herrscherinnen, keine Geschichte um einen blutigen Kampf und dem Thron. „Cajan“ ist eine Geschichte um das Überwinden von Vorurteilen, über das „mit anderen Augen sehen“ und darüber, wie eine Königin herrschen sollte. Rebby erkennt ganz richtig, dass sie nicht nur eine Königin der Menschen sein kann, wenn sie von ihrem gesamten Reich anerkannt werden will – sondern eine Königin aller Völker. Tanja Rast versteht es, diese Erkenntnis ohne erhobenen Zeigefinger darzustellen – verpackt in einen wunderbaren Roman, den ich immer wieder lesen könnte.

Erwählte des Zwielichts 58

Ary-Beitragsbild-Zwielicht (1) Liandras schüttelte den Kopf. „Ich weiß es nicht. Iendra sagt, der Schnitt an seiner Kehle ist wieder aufgebrochen, während er schlief. Er ist verblutet.“
„Nein …“
„Es tut mir leid.“ Liandras zog sie an sich. Sie spürte ihre Lippen an ihrem Ohr. „Seltsam, dass er an dem Tag starb, an dem er sagte, er wolle dir mehr von den Ni-Thi-Yanara erzählen …“
Mailka zuckte zusammen. Sie machte sich los und starrte Liandras an. „Ich … ich will ihn noch mal sehen.“
bereits verbrannt.“
Malika zerbiss einen Fluch zwischen den Zähnen. „Ich verstehe. Ich … ich mochte ihn wirklich. Er war ein fähiger Chronist.“ Die Wahrheit war: sie verstand gar nichts.
Und ich wollte ihn noch so vieles fragen.
Ihr wurde kalt.
Du wirst dafür sorgen, dass die Geschichte sich nicht wiederholt.
Was meinten die Stimmen damit? Hatte es mit den Ni-Thi-Yanara zu tun? Mit ihren Fragen nach dem vergessenen, verschwundenen Volk? Diesem wiedergeborenen Volk, mit dem sie nichts zu tun haben wollte?
Hinter ihr verschwand das Lazarettzelt.
Malika würgte ihre Tränen hinunter und stand auf. Sie konnte jetzt nichts mehr essen. „Ich suche Iendra.“
Ohne ein weiteres Wort ließ sie Liandras stehen und eilte zurück zu den Ruinen des Lazaretts, das gerade von vielen helfenden Händen zu handlichen Paketen verschnürt und auf Wagen geladen wurde. Iendra stand etwas abseits neben den Überresten eines schwelenden Scheiterhaufens.
„Weißt du, was passiert ist?“ Malika trat neben die Heilerin und blickte in die schwelende Asche.
Iendra schüttelte den Kopf. Sie nahm einen Schluck aus dem Becher, den sie in der Hand hielt. Malika roch Wurzelschnaps. Wortlos nahm sie Iendra den Becher aus der Hand und trank ebenfalls. Iendra sagte nichts, sie nahm den Becher ebenso wortlos zurück, trank und reichte ihn Malika wieder. Nach einem tiefen Atemzug sah sie Malika an.
„Ich habe keine Ahnung“, sagte sie leise. „Als ich heute Abend nachsehen wollte, ob er schon wach ist, da lag er in seinem Bett, und alles war voller Blut. Ich habe schon viel gesehen in diesem Lazarett, aber glaub mir, ich war noch niemals so erschrocken. Alles war gut gewesen, seine Wunde heilte, sie hätte nicht mehr aufbrechen dürfen. Aber dennoch sah es so aus, als sei das geschehen.“
Malika erwidert den Blick der Heilerin. Ihre Hände hatte sie nervös ineinander verschlungen, sie knetete ihre Finger.
„Willst du sagen, jemand hat … ihm das angetan? Ihn ermordet?“
„Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass seine Wunde heilte und er nicht mehr daran hätte sterben dürfen. Und ich weiß nicht, wer ein Interesse daran haben könnte, einen Chronisten zu töten. Ich … ich habe seine Aufzeichnungen zusammengepackt. Ich werde sie nach Telava bringen. Jemand muss sein Werk fortsetzen.“
Malika durchfuhr es wie ein heißer Strom.
„Gib sie mir, Iendra. Javaron wollte mir noch etwas sagen … aber das kann er nun nicht mehr. Er sagte, wir würden uns in Telava unterhalten. Vielleicht finde ich die Antworten auf meine Fragen in seinen Büchern.“
Iendra nickte. „Seine Truhe ist auf dem Wagen. Aber es sind nicht viele Bücher darin, das meiste wird er zuhause in den Höhlen gelassen haben.“
„Vielleicht gibt es Bücher, an denen er so hängt, dass er sie überall hin mitnimmt. Vielleicht, weil er denkt, dass es gefährlich ist, wenn sie anderen in die Hände fallen. Vielleicht …“
„Schon gut.“ Iendra drückte Malika den Becher in die Hand und eilte zum Wagen, bevor die Holztruhe, die darauf stand, unter Bergen von Zeltplane und Holzgestängen vergraben wurde. „Wartet noch, ich muss noch einmal an diese Kiste.“
Einer der Soldaten, der mit dem Verstauen des Lazaretts betraut war, fluchte. „Das fällt dir jetzt ein, heilerin? Wenn ich sie noch mal ablade, bleibt das Zeug hier.“
Iendra nickte grimmig. „Her damit.“
Die Kiste flog vom Wagen, ihr Deckel sprang auf, als sie auf dem Gras aufschlug, und Kleidungsstücke quollen heraus. Iendra zerrte die Kiste beiseite. Malika griff mit zu, und gemeimsam schafften sie die Kiste an den Rand des Lagers.
„Er braucht die Sachen nicht mehr … nur die Bücher sind wichtig.“ Malika schob die Kleidungsstücke beiseite und zerrte eine Umhängetasche aus dunkel gefärbtem Leder hervor. Sie war schwer. Es waren drei in Leder gebundene Bücher darin, eine lederne Mappe mit losen, eng beschriebenen Blättern, mehrere dünne Rollen Pergament, ein Tintenfass und Holzgriffel mit tintenverschmierten Spitzen. Iendra packte konsequent alles aus der Kiste und klopfte ihren Boden ab, während Malika rasch einen Blick in die Bücher warf, dann die Tasche schloss und den Trageriemen über die Schulter schwang.
„Da ist es hohl …“ Iendra zögerte nicht lange, sie hielt sich nicht damit auf, nach dem Mechanismus zu suchen, der das geheime Fach im Boden der Truhe öffnen würde. Sie rammte ihren Dolch in den Stoff, der die Kiste auskleidete, riss ihn beiseite und legte einen dünnen doppelten Boden aus Holz frei, der der Klinge nicht lange standhielt. Kein besonders gutes Versteck, dachte Mailka, aber wer hielt sich im Feld auch schon damit auf, in der Kleidertruhe des Feldschreibers nach einem Geheimfach zu suchen?

Kater der Woche: Katzen liegen überall rum

kater_klein Ihr werdet es nicht glauben. Es ist geschafft!

Der Balkon, auf den wir so lange gewartet haben, ist wieder begehbar. Ach, was sage ich, er ist nicht nur begehbar, er ist beliegbar und besitzbar und überhaupt ist die Welt wieder in Ordnung.

 
Natürlich ist noch nicht alles perfekt, aber das kommt noch, da bin ich ganz sicher – ich habe ja meine Menschen, die all die kleinen Fehlerchen noch wieder ausbügeln und hoffentlich bald wieder diese gut riechenden Kräuter und hübschen Blümchen anpflanzen, in denen meine Kollegen und ich so gern liegen. Ich habe ja mal einen Menschen sagen hören, dass der Blumenkasten eigentlich ja kein Katzenrumliegeplatz ist, aber da Katzen überall rumliegen, tun wir es eben auch dort. Es riecht gut und es ist gemütlich.

 
Da seht ihr’s mal wieder, manchmal lohnt es sich doch, Geduld zu haben und abzuwarten – erst muss es scheußlich und chaotisch werden, bevor es wieder schön wird, und dann wird alles gleich doppelt und dreifach schön.

 
Genießt das schöne Wetter, arbeitet nicht zu lange und macht es euch auf euren Balkons, Terrassen und in euren Gärten gemütlich!

 
Euer sonnengewärmtes, elendig faules
Katertier

Helen B. Kraft: Schwarzstein und Königin – Erbe der Sieben Wüsten 2

schwarzstein-Cover Mit „Schwarzstein und Königin“ stelle ich euch hier den zweiten Band der Reihe „Erbe der Sieben Wüsten“ von Helen B. Kraft vor.

Diesmal geht es um Cruths und Nereys Tochter Zeynda, die eines Tages Königin der Bestien sein wird, und Daeon, den Schwarzsteiner. Beider Schicksale sind miteinander verwoben, und dennoch scheint es so widersprüchlich, dass sie ein Paar werden, ja, sogar unmöglich, bei allem, was Zeynda und Daeon geschieht – auch wenn Zeyndas Bestie davon überzeugt ist, dass Daeon der Richtige für sie ist. Doch zuerst muss Zeynda sich Verrat, Verlust und Krieg stellen – und beweisen, dass sie wirklich die Königin ist, zu der sie ihr Leben lang ausgebildet wurde.

„Schwarzstein und Königin“ steht dem ersten Band der „Sieben Wüsten“-Reihe („Aus Verrat geboren“) an Tempo, Spannung, Drama und Erotik um nichts nach. Im Gegenteil, in diesem Buch setzt Helen sogar noch einen drauf, so sehr habe ich beim Lesen mit Zeynda, Daeon und Cruth mitgefiebert. Es ist fast unmöglich, das Buch beiseite zu legen, wenn man erst einmal angefangen hat, zu lesen.
Auch hier kommt der typische Helen-Humor in Gestalt des Koboldkanzlers Barrique nicht zu kurz – und wieder schafft die Autorin es, auch einer humorig angelegten Figur so viel Tiefe zu verleihen, dass sie nicht eine Sekunde albern oder zu sehr wie ein comic relief wirkt. Ohne die Kobolde wären die Bestien einfach nicht, was sie sind.

Die Bestien werden gebeutelt in diesem zweiten Band, und das nicht zu knapp. Aber sie wären keine Bestien, wenn sie sich nicht mit gefletschten Zähnen und ausgefahrenen Hörnern ihrem Schicksal stellen würden. Bei allem, was „Schwarzstein und Königin“ mit sich bringt, darf man gespannt sein, wie es mit den Bestien und ihren erbsengrünen Verbündeten weitergeht. Ich jedenfalls kann es gar nicht abwarten, dass Band 3 sich im Verlagsprogramm von Machandel zeigt.