Erwählte des Zwielichts 74

Anmerkung: Dieser Bogbeitrag wird Ihnen zur Verfügung gestellt von Kater Inc. Blogbeitrags-Check. Definitiv katergeprüft.

Ary-Beitragsbild-Zwielicht (1) „Die Waffen runter!“ blaffte einer der Männer. Seine Stimme klang dumpf unter seinem Helm. „Macht schon, los, die Waffen runter. Seid brav, dann passiert euch nichts.“
„Vergesst es!“ Nidhan zuckte zurück, als einer der Krieger mit etwas mehr Nachdruck auf ihn zutrat und mit seinem Schwert Nidhans Klinge herunterdrücken wollte. Nidhan schrie wütend auf, riss sein Schwert hoch und rammte des dem Fremden in die Schulter, fast zeitgleich brüllte der Mann neben Nidhans Gegner auf und schoss auf Nidhan zu, dessen Augen sich vor Entsetzen weiteten, als sich eine Klinge in seinen Bauch bohrte.
„Scheiße!“ Malika riss sich von Liandras los und zog ihre Dolche, als sich zwei der Fremden auf Dirian stürzten, der panisch rückwärts stolperte und versuchte, sein Schwert zu ziehen. Drei andere kamen auf Malika und Liandras zu, die Klingen in ihren Händen glänzten mattschwarz. So viel stürzte auf Malika ein, dass sie kaum erfassen konnte, was sie da sah. Krieger in mattschwarzen Kettenrüstungen, schwarze Klingen, Helme, deren Visier die Gesichter verbarg. Rotglimmende Augen hinter Sehschlitzen, die Ahnung blasser Haut, in vertrauter Sprache gerufene Befehle – aber waren das wirklich Dunkelelfen?
„Verdammt, was soll das, wir sind Dunkelelfen wie ihr!“ Dirian stand inzwischen mit dem Rücken zur Wand, ein Schwert an der Kehle.
„Ergebt euch“, bellte der, der als Erster gesprochen hatte, wieder „die Waffen runter, oder ihr endet wie er, Eindringlinge!“ Der Blick des Kriegers schoss zu Nidhans regloser Gestalt. Neben dem toten Körper stand der Soldat, die Klinge gesenkt, Blut tropfte zäh von der Spitze auf den Boden.
Liandras schob sich vor Malika. Er behielt sein Schwert in der Hand, senkte aber die Spitze. „Erklärt Euch“, forderte er, „Ich bin Liandras, Kundschafter im Auftrag Tayaras. Wir wurden geschickt, diese Höhlen zu erforschen, und wir hatten nicht damit gerechnet, hier auf eine weitere Einheit zu stoßen. Wir sind Dunkelelfen wie ihr, wir sind keine Feinde!“ Continue Reading →

Kater der Woche: Kater war mappelig

kater_klein Hallo ihr lieben Katerfreunde,
letzten Samstag ging es mir gar nicht gut. Mir war übel, ich musste dauernd spucken und wollte nicht kuscheln und schon gar nicht fressen. Buah.
Natürlich haben meine Menschen sich Sorgen gemacht und mich genau beobachtet, wichtige Telefonnummern rausgesucht und alles mögliche mit mir angestellt, um nachzusehen, ob ich was schlimmes habe oder ob mich nur so ein blöder Eintagesvirus heimsucht.

Schön war das nicht, aber ich möchte doch mal davon erzählen, damit ihr, wenn ihr Katzen habt und die vielleicht auch mal so in den Seilen hängen wie ich, wisst, was ihr in so einem Fall machen könnt. Denn es ist immer gut, schwerwiegendere Krankheiten schnell erkennen zu können, denn oft ist bei uns Katzen dann Eile geboten.
Also, was hat mein Mensch gemacht? Sie hat mir in die Augen geguckt und nachgesehen, ob meine Nickhäute vorgefallen sind. Sie hat mir ins Maul geschaut und einen Blick auf mein Zahnfleisch geworfen, nachgesehen, ob es gut durchblutet, zu blass oder zu rot ist.

Sie hat mich abgetastet und den „Nierentestgriff“ angewendet. Der ist doof, aber er zeigt gut an, ob meine Nieren in Ordnung sind (sind sie). Für diesen Griff tastete sie meine Wirbelsäule entlang bis zur Hüfte. Da liegen am Rücken in zwei weichen Mulden die Nieren. Und da hat sie mich hingezwackt. Es war nicht schön, aber es hat nicht wehgetan. Hätte es das, hätte sie mich umgehend eingepackt und zum Tierarzt geschleppt, denn mit Nierenproblemen ist bei uns Katzen und gerade bei Katern nicht zu spaßen.

Was sie mir erspart hat, ist das Fiebermessen. Aber zur Schnelluntersuchung gehört es eigentlich dazu.

Und wenn ihr diese kleinen Tricks und Kniffe kennt und bei euren Katzen anwenden könnt, dann könnt ihr euch schon mal ein bisschen selbst beruhigen, wenn es eurem Katzentier mal nicht so gut geht. Diese Tipps ersetzen natürlich keinen Tierarztbesuch.

Gute Gesundheit allen Katzenfreunden und Katzen!

Erwählte des Zwielichts 73

Ary-Beitragsbild-Zwielicht (1) Tayara lachte. Der raue laut jagte Iendra einen Schauer über den Rücken. „Um genau da zu verhindern. Ich weiß, dass Malika Bücher besitzt, die Javaron gehört haben. Ein sehr gesprächiges Vögelchen hat mir davon geflüstert. Der Mann ist wertvoll – unscheinbar genug, um so gut wie unsichtbar zu sein, aber mit einem ausgezeichneten Gehör und sehr guter Beobachtungsgabe gesegnet. Die Verborgenen kennen seine Qualitäten inzwischen auch – er ist bei ihnen und wartet auf unsere lieben Kundschafter. Das Problem des Chronisten ist gelöst, und unsere Verbündeten werden sich um Malika und ihre Freunde kümmern. Glaubt mir, ich habe alles unter Kontrolle. Die verborgenen sind vorbereitet und sie werden unsere übereifrigen Kundschafter aufhalten. Wenn sie erst einmal gesehen haben, was uns Khadiss bieten kann, werden auch sie wieder treu ergeben sein.“
Iendra zerknirschte einen Fluch zwischen den Zähnen. Jemand hatte Malika verraten – und damit vielleicht auch sie! Sie zitterte. Wer hatte gesehen, dass sie und Malika die Bücher genommen hatten? Verschwommen erinnerte sich Iendra an einen einfachen Soldaten, der ihnen die Kiste vom Wagen geworfen hatte. Hatte er beobachtet, was sie daraus genommen hatten? Iendra wurde schlecht. Ein Teil von ihr wollte fliehen, Malika suchen und sie warnen, aber sie wusste, dass sie die Kundschafter wahrscheinlich nicht finden würde. Sie biss die Zähne zusammen und kauerte sich tiefer in die Schatten. Continue Reading →

Erwählte des Zwielichts 72

Ary-Beitragsbild-Zwielicht (1) Iendra kniff die Augen zu schmalen Schlitzen zusammen. Sie konnte aus dieser Höhe nicht erkennen, wer da herumschlich, aber Kundschafter auf Patrouille waren das ganz sicher nicht. Langsam schob sie sich auf dem Bauch liegend zurück zur Luke, ließ sich hinuntergleiten, bis ihre Füße die Treppenstufen fanden, und hastete die gewendelte Stiege so schnell sie konnte hinunter. Als sie außer Atem aus dem Turm trat, waren die Gestalten verschwunden. Iendra fluchte, folgte der Straße, in die sie die vermummten Gestalten hatte schleichen sehen, und sie hatte Glück. Gerade noch sah sie einen dunklen Umhangsaum hinter einer Ruine verschwinden und huschte hinterher; klein und leise wie eine Katze drückte sie sich zwischen Türrahmen und Trümmer. Iendra folgte ihnen bis zu einem halb eingestürzten Haus, durch dessen zerbrochenen Türrahmen sie sich ins Innere zwängten. Sie beobachtete das Gebäude einige Atemzüge lang, doch die beiden kamen nicht wieder. Das Herz klopfte Iendra bis zum Hals, als sie sich an eine wie ein lidloses Auge in die Nacht starrende Fensteröffnung heranschob. Gedämpft drangen Stimmen an ihre Ohren. Vorsichtig huschte sie noch näher und drückte sich unter den Sims. Die Stimmen klangen, als stünden die, die da sprachen, in einem Nebenzimmer, dennoch erkannte Iendra eine Stimme ganz deutlich, denn sie hatte sie an diesem Abend bereits gehört. Continue Reading →

Ewählte des Zwielichts 71

Ary-Beitragsbild-Zwielicht (1)V

 

Iendra hatte Tiracs Leiche in einen kleinen Nebenraum bringen lassen. Sie wollte ungestört sein, wenn sie Tayara den Körper zeigte, auch wenn sie sich allein mit der Heerführerin und der grausigen Leiche in der winzigen Kammer mehr als nur ein wenig unwohl fühlte.

Tayara stand neben der Bahre, hatte die Arme vor der Brust verschränkt und blickte ohne ein Zeichen von Regung auf Tiracs zerschundenes Gesicht hinunter. Ihre Blicke folgten Iendras Bewegungen, als sie das Tuch ganz wegzog und offenbarte, was von dem Kundschafter noch übrig war. Tayara betrachtete den Körper schweigend. Ihr Gesicht war wie eine Maske aus Schnee. Weiß und kalt, ihre Augen spiegelten nicht einmal den Hauch eines Gefühls wieder.

Als würde sie einem Käfer, der in ihren Becher gefallen ist, dabei beobachten, wie er darin ersäuft.

Natürlich, Tayara hatte den Tod oft genug gesehen, aber dass sie so eisig war, so abschätzend den Blick über den Mann schweifen ließ, der einmal einer ihrer besten Kundschafter gewesen war, ließ Iendra innerlich schaudern.

„Ich habe genug gesehen, Heilerin. Die Leiche soll umgehend verbrannt werden, ohne viel Aufsehen. Niemand soll sie mehr sehen.“

„Ja, General.“

„Und jetzt will ich mit Khara sprechen.“

„Ich bringe dich zu ihr, aber ich kann dir nicht versprechen, dass sie in der Lage ist, klar zu antworten. Heute früh war sie noch ziemlich durcheinander.“

„Wir werden sehen.“

Iendra nickte, wartete, bis Tayara den Raum verlassen hatte und verschloss die Tür hinter sich, dann führte sie die Heerführerin zu Kharas Lager. Sie war nicht wenig überrascht, als sie Khara aufrecht sitzend im Bett vorfand, neben sich eine Schale mit Resten von Haferbrei und einen leeren Becher. Die Kundschafterin sah auf und machte Anstalten, die Beine von dem schmalen Feldbett zu schwingen.

„Khara, nein.“ Bestimmt drückte Iendra sie zurück auf das Lager. „Du solltest noch nicht aufstehen.“

„Oh doch! Ich muss Tirac sehen, und dann müssen wir zurück an diesen Ort und dieses Ding zur Strecke bringen. Wir müssen es vernichten, sonst greift es uns alle an! Wo eins davon ist, sind sicherlich auch mehrere! Bitte, Heilerin. Ich muss etwas tun, ich kann nicht einfach nur …“

„Das reicht, Kundschafterin.“ Tayara trat an das Lager, schob Iendra beiseite und setzte sich auf die Bettkante.

„General …“ Khara biss sich auf die Zunge.

„Tirac ist tot. Du kannst nichts mehr für ihn tun, und ich denke, das weißt du auch. Was immer ihn angegriffen hat, ist fort.“

Iendra musste sich auf die Zunge beißen, um Tayara nicht über den Mund zu fahren. Noch immer war sie vollkommen überrumpelt, weil die Generalin sie einfach so beiseite geschoben hatte, als sei sie nichts als eine einfache kleine Lazarettdienerin, und nicht die oberste Heilerin der Einheit. Und wie konnte Tayara einfach so behaupten, das Ding sei fort? Vielleicht waren da wirklich noch mehr. Iendra ballte die Hände zu Fäusten. Wut und Angst lieferten sich einen Kampf in ihrem Inneren, und sie fühlte die Wut von Atemzug zu Atemzug wilder werden. Verdammt, was war hier los? Sie blickte zu Tayara und fühlte Misstrauen in sich aufwallen – und noch etwas anderes, etwas, das sie nicht fassen, nicht deuten konnte. Etwas, das wie ein unsichtbarer Mantel um die Schultern der Heerführerin lag. Iendra schauderte unterdrückt. Continue Reading →