23. April – Welttag des Buches

 

23. April – Welttag des Buches. Heute möchte ich euch ein paar meiner Lieblingsbücher vorstellen – nicht alle, dann würde dieser Artikel viel zu lang werden. Was diese Bücher vereint ist, dass ich sie immer wieder zur Hand nehme und sie mir in verschiedenen Lebenssituationen immer genau das geben, was ich gerade brauche.

Anfangen möchte ich mit Michael Endes Momo, das ich schon seit ewigen Zeiten besitze und bestimmt schon zwanzig Mal gelesen habe, wenn nicht öfter. Momo ist mein Anti-Stress-Buch. Meine Kurzzeit-Therapie gegen die Symptome unserer oft so gehetzten Welt (ganz ehrlich – die Corona-Krise ist schlimm, ihre Auswirkungen noch vollkommen unvorhersehbar, aber was ich ihr gerade an Positivem abfinde, ist diese komplette, vollkommene Entschleunigung meines Lebens). Momo hilft mir gegen das „Ich habe überhaupt keine Zeit“-Syndrom. Denn diese Geschichte zeigt mir, dass wir oft nicht keine Zeit haben, sondern uns für bestimmte Dinge einfach keine Zeit nehmen.

In eine ähnliche Richtung geht Sergio Bambarens Buch Ein Strand für meine Träume, in dem ein gestresster Manager auf wundersame Weise einen Weg findet, aus seinem viel zu vollen Leben auszubrechen und wirklich wieder anfängt zu leben, anstatt nur für seine Arbeit und fürs Geldverdienen zu existieren.

Otfried Preußlers Krabat ist ein Buch, das mich an eine meiner schönsten Lebensphasen erinnert: mein Studium. Bei der Familie einer lieben Freundin, die ich während meiner Studienzeit kennenlernte, war es Brauch, in der Adventszeit abends zusammen zu sitzen und Krabat vorzulesen. Seitdem gehört Krabat für mich untrennbar zur Adventszeit, und ich lese es jedes Jahr im Dezember wieder.

Kondorkinder von Sabrina Železný, hier stellvertretend für beide Bände der Zweite, ist eines meiner Wohlfühlbücher – und gerade der zweite Band auch mein Therapiebuch gegen Schreibblockanden, denn auch die Protagonistin Malinka quält sich mit einer solchen Blockade herum. Sie bekommt am Ende der Geschichte ihre Fähigkeit zu schreiben zurück, und das gibt mir in schwierigen Schreibphasen immer die Hoffnung, dass es nur besser werden kann, und dass manche Dinge einfach Zeit brauchen.
Als ich Ein geschenkter Tag von Anna Gavalda bei meiner Schwiegermutter fand und die ersten Zeilen las, war ich umgehend verliebt. Nicht nur, weil ich schon im ersten Kapitel dieses wunderbaren Buches aus dem Lachen nicht herauskam, sondern auch, weil dieser geschriebene Roadtrip so herrlich schräg und humorvoll ist und dazu noch so wertvolle Lebenslektionen erteilt, dass ich dieses Buch einfach lieben muss.

Auch von Schwiegermutter dauerentliehen: Das Lavendelzimmer von Nina George. Eine Liebeserklärung an Bücher, eine Liebeserklärung an das Lesen, die Liebe, die Provence. Ein ganz und gar wunderbares Buch, dessen Zauber ich schon nach wenigen Zeilen vollkommen erlag. Ein Familiengeheimnis, eine sich langsam entwickelnde Liebesbeziehung und eine schwimmende Bibliothek auf der Seine. Eine Flussfahrt der ganz besonderen Art, feinfühlig und einfühlsam erzählt. Mit diesem Buch habe ich immer wieder mal ein Date.

Noch eine Liebeserklärung an Bücher und das Lesen, aber auch das Schreiben: Die Stadt der träumenden Bücher von Walter Moers. Anfangs war ich mir nicht ganz so sicher, ob ich mit einem als Autor arbeitenden Lindwurm zurechtkommen würde, aber die Zamonien-Romane von Moers haben eine so eigene, einnehmende Magie, dass ich irgendwann einfach in den Roman hineingesogen wurde und gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen.

Dieser Beitrag wäre nicht von mir, wenn nicht wenigstens ein Katzenbuch dabei wäre. Ganz besonders gefangengenommen hat mich Das Glück, von einer Katze gefunden zu werden von Anna Duperey. Dabei ist dieses Buch keine Katzengeschichte in dem Sinne, dass Katzen die Hauptrolle spielen. Es ist ein autobiografischer Roman über das Leben, den Tod und alles dazwischen, und wie Katzen alle Lebensabschnitte der Autorin immer wieder bereichert haben. Ein Buch über Begegnung und Abschied, über Finden und Verlieren und einfach nur zum heulen schön.

Ein bisschen Fantasy muss natürlich auch sein. Stellvertretend für Mercedes Lackeys Valdemar-Romanreihe steht hier Magic’s Pawn, der erste Band der Trilogie um Herald Vanyel. Dieses Buch ist ein Meilenstein für mich, denn es ist der erste Fantasyroman mit queeren Figuren, den ich je gelesen habe. Herald Vanyel ist schuld daran, dass ich inzwischen selbst Gay Romance-Fantasy schreibe.

Zum Schluss ein absolutes Fantasy-Highlight, das mich vor allem wegen seiner unglaublich starken und wunderbar geschriebenen Protagonistin gefesselt hat: Die Tamír-Trilogie von Lynn Flewelling, hier stellvertretend für die Reihe der erste Band The Bone Doll’s Twin. Eindringlich werden in dieser Fantasy-Reihe das Thema sexuelle Identität behandelt – denn Protagonistin Tamír ist den ganzen ersten Band über durch einen magischen Bann ein Junge. Was dieser Bann für ihre Familie, ihre Mutter und sie selbst bedeutet, wird erst im Lauf der Reihe deutlich. Eindringlich, bedrückend, düster und absolut faszinierend.

Das war ein kleiner Einblick in meinen Bücherschrank. Ich hoffe, er hat euch gefallen und vielleicht den einen oder die andere dazu angeregt, auch mal in eines dieser Bücher reinzulesen. Viel Spaß!