Heute Nacht gehts los!

Mit den Hufen scharren.
Tee kochen und in Thermosflaschen abfüllen.
Schokoladenvorräte aufstocken.
Laptopakkus aufladen.
Notizen bereitlegen.
Bis Mitternacht Fingernägel kauen.

Heute Nacht geht es los. Um 0:00 föllt der Startschuss für den diesjährigen NaNoWriMo, und ich bin dabei. Das vierte Mal in Folge schon. Denn NaNoWriMo macht süchtig. Ich kann mir einen Herbst ohne Kampfschreiben, gegenseitiges Anfeuern, Plotlöcher flicken und tippen bis die Tasten qualmen nicht mehr vorstellen.
Und heute Nacht geht es endlich los! *hibbel* *imKreisrenn*

30 Tage übers Schreiben bloggen: Aufgabe 27

27. Along similar lines, do appearances play a big role in your stories? Tell us about them, or if not, how you go about designing your characters.
Spielt das Aussehen meiner Charaktere eine wichtige Rolle? Ja, ich gebe zu, das tut es. Das Aussehen muss irgendwie auch immer zur Figur passen und geht demnach auch sehr ins Charakterdesign mit ein. Da fängt es an mit dem Volk, dem der Charakter angehört, da wird überlegt, welches Durchschnitssaussehen ein Angehöriger dieses Volkes hat. Sind sie eher groß, klein, schmal, breit, muskulös, zierlich? Wie groß ist der Durchschnitts-“Typ” dieses Volkes? Was für einen Beruf hat der Charakter, was für ein Aussehen passt dazu, hat er eventuell irgendwelche Krankheiten, die sich in körperlichen Merkmalen niederschlagen? Hat er Gebrechen, fehlt ihm vielleicht ein Auge, ein Bein, eine Hand?
Ich beschreibe sehr gern und sehr ausführlich Gesichter und Gesichtsausdrücke. Ich selbst finde einen anderen Menschen auf den ersten Blick oft sympathisch/unsympathisch, je nachdem wie der Mund aussieht, darum spielt das Aussehen der Lippen auch bei meinen Figuren oft eine wichtige Rolle, ebenso die Augen (Farbe, Größe, Form, Ausdruck).
Dann die Kleidung – ich finde es auch wichtig, wie eine Figur sich kleidet, ohne aus jeder Personenbeschreibung gleich ein Modemagazin zu machen. Aber die Kleidung muss schließlich auch zu dem passen, was die Figur ist und was sie so tut, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Erin Hunter: “Into The Wild” (Warriors #1)

Zuerst war ich ja skeptisch. Noch eine Katzengeschichte? ich wusste nicht so recht, was ich von den Warrior Cats halten sollte – bis ich die ersten zehn Seiten dieses Buches gelesen hatte. Danach war ich gepackt vom Sog einer spannenden Geschichte, von einer ganz eigenen Welt, wie sie bei jedem hinterm Haus existieren könnte, da, wo die Häuser weniger werden und die Felder langsam in Grasland und Wälder übergehen.
Den jungen Kater Rusty hält nichts mehr in der Enge des Hauses seiner menschlichen Besitzer. Er träumt von der Wildnis, vom Jagen, vom Geschmack frisch erlegter Beute, vom Wind in seinem Fell und Mondlicht in seinen Augen. Mutig lässt er die Menschensiedlung hinter sich und zieht in den Wald, ohne zu ahnen, dass hier schon jemand wohnt: die Katzen des ThunderClans, die ihn aufspüren, von ihm beeindruckt sind und ihm ein Angebot machen. Rusty bekommt einen Tag Bedenkzeit, doch die braucht er gar nicht. Ohne zu zögern stürzt er sich in sein neues Leben und wird Apprentice bei den ThunderClan-Katzen. Er lernt die Wege des Clans, lernt den Ehrenkodex, lernt eine neue Art zu leben udn was es heißt, eine wilde Katze zu sein. Schnell schließt er Freundschaften und verdient sich durch seine Klugheit udn Gewitztheit den Respekt der Clan-Älteren. Firepaw wird er von nun an genannt. Feuerpfote. Ist er der, auf den eine Prophezeiung hinweist? Nur Feuer kann den Clan retten., so hat Bluestar, die Anführerin des ThunderClans, es geweissagt bekommen. Ist sie deswegen so erpicht darauf, den jungen Firepaw in den Clan aufzunehmen?? Was sieht sie, was andere nicht sehen? Was für ein Spiel spielt der mächtige Kriegerkater Tigerclaw, und warum verschlägt es Yellowfang, ein ehemaliges Mitglied des mit dem TunderClan verfeindeten ShadowClan, in ThunderClan-Territorium?
Einmal angefangen, konnte ich dieses Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Es ist temporeich geschrieben, trotzdem bleibt Zeit genug, die einzelnen Charaktere so darzustellen, dass sie farbig werden und dem Leser ans Herz wachsen. Die Katzen-Charaktere bleiben bei allen Ehrencodices, bei allem Krieger-sein, bei allen Prophezeiungen, Ritualen und Philosophien immer noch, und das ist mir bei Tiergeschichten sehr wichtig, Katzen. Firepaw, Bluestar und ihr Clan sind keine verkappten Menschen, denen die Autorin ein Katzenfell übergezogen hat. Sie sind Katzen, wilde, stolze, freie Katzen. Wer dieses Buch liest, sagt der Klappentext, wird seine eigene Hauskatze mit anderen Augen sehen. Wer auch immer diesen Klappentext geschrieben hat, hatte Recht.
Meine beiden Krieger schlafen gerade friedlich, aber auch sie sind kleine Raubtiere. Wer Katzen liebt und respektiert, wird auch die wilden, freien Kriegerkatzen dieser Geschichte lieben. Und sich vielleicht auch für seine eigenen Katzen Kriegernamen ausdenken.
Dieser Buchtipp wurde Ihnen präsentiert von Tina. Und von “Schattenschleicher” und “Mondfell”.

Es naht der November

Und mit ihm der NaNoWriMo. Manch einer hält ihn für Wahnsinn und die, die sich den Druck, 50.000 Wörter in 30 Tagen schreiben zu wollen, antun, für komplett gaga. Bis 2007 habe ich genauso gedacht, den Nano-Fans einen Vogel gezeigt und mich gemütlich zurückgelehnt. Dann kam 2007 und die fixe Idee, meiner besten Freundin zum 40. Geburtstag ein Buch zu schenken. Ein besonderes Buch, ein selbst geschriebenes. Und da ich wie immer mit meinen tollen Ideen arg spät dran war, musste ich einfach in den NaNo – das war die einzige Chance, das Geschenkbuch rechtzeitig fertig zu bekommen. Ja, es war stressig, es war nervig, ich habe oft fluchend vor dem Rechner gesessen und virtuelle Seiten aus virtuellen Blöcken herausgerissen, virtuell zusammengeknüllt und in virtuellen Papierkörben versenkt, aber es war auch ein Wahnsinns-Kick, zu sehen, was ich schaffen kann, wenn nur genug Druck da ist. Seit 2007 habe ich keinen NaNoWriMo mehr ausgelassen und bin inzwischen überzeugter Nanit. Zusammen mit anderen Schreiberlingen aus dem Tintenzirkel und dem Federfeuer in den Schreibwahnsinn einzusteigen, ist ein Riesenspaß. Gegenseitiges Herausfordern, der Ansporn, der Trost, das Bejubeln von Erfolgserlebnissen und die schnelle Hilfe bei Plotlöchern, Blockaden, steifen Fingern und Knoten im Hirn – damit kann der NaNo nur klappen. Die Vorbereitungen laufen. Userbilder für diverse Blogs werden aktualisiert, Widgets zusammengesucht, andere Kampfschreiber zum Federwettstreit herausgefordert und natürlich wird DAS BUCH geplottet. Das Buch ist in meinem Fall eine weitere Nithyarageschichte und soll von dem erzählen, das im Feuersänger immer nur kryptisch als Alte Legende erwähnt wird: die Entstehungsgeschichte der Nithyara. Die Protagonisten sind ausgearbeitet, ein grober Plotfaden ebenfalls, und die Figuren scharren genau wie ich mit den Füßen.
Sind wir bald da?
Ist jetzt endlich November?

30 Tage übers Schreiben bloggen: Aufgabe 26

26. Let’s talk art! Do you draw your characters? Do others draw them? Pick one of your OCs and post your favorite picture of him!
Ich kann nicht besonders gut zeichnen, aber hin und wieder überkommt es mich schon und ich nehme einen Bleistift in die Hand. Manchmal zeichnen auch Freunde meine Charaktere, vor allem die Nithyara scheinen sehr inspirierend zu sein.
Das ist Sternenglanz, Feuersängers Mentor – eines der wenigen selbstgemalten Bilder, die mir wirklich gefallen. Man sieht es – ich kann einfach keine Hände zeichnen, und die Anatomie ist auch ein bisschen “off”. Und für einen wirklich alten Nithyara hat er eigentlich zu wenig Zeichen. 🙂

30 Tage übers Schreiben bloggen: Aufgabe 25

25. Do any of your characters have pets? Tell us about them.
Tesssa hat Katzen, zwei Europäisch Kurzhaar namens Luna und Stella, Sol, den dicken Maine-Coon-Kater und einen Norweger-Mix, den sie Minks nennt. Katzen spielen in Tessas Leben eine entscheidende Rolle, besonders, als sie nach einem traumatischen Erlebnis feststellt, dass sie in der Lage ist telepathisch mit Katzen zu kommunizieren. In meinen Geschichten, die in pseudo-mittelalterlichen oder renaissance-artigen Mantel-und-Degen-Welten spielen, haben natürlich viele Charaktere Pferde, die ich nicht wirklich als Haustiere bezeichne, auch wenn jede meiner Figuren gut auf ihr Pferd aufpasst, ihm Namen gibt und es Freund nennt. Vielleicht bekommt Vion der Meerelf einen Schwertfisch. Und vielleicht gebe ich dem Meeresgottheiten-Ordenskrieger Marinianus einen Hund mit, ich glaube, in der Story könnte sich ein Hund als praktisch erweisen. Und natürlich befindet sich auf Cyriennas Piraten… pardon, Handelsschiff, die obligatorische Schiffskatze.

Kai Meyer: “Arkadien erwacht”

Als die junge Rosa Alcantara nach Sizilien kommt, um dort bei ihrer Tante Florinda und ihrer Schwester Zoe zu leben, ahnt sie noch nicht, wie sehr sie in die Intrigennetze der Mafia verstrickt wird. Ebensowenig ahnt sie, wie wichtig Alessandro für sie werden wird, der doch nicht mehr ist als eine flüchtige Flugzeugbekanntschaft. Oder doch? Als Mitglieder verfeindeter Clans ist es gar nicht so einfach für Alessandro und Rosa, Freundschaft zu schließen, sich ineinander zu verlieben und sich aus den Fängen derer zu lösen, die sie manipulieren und benutzen wollen. Doch genau das müssen sie tun, wenn sie das Geheimnis um Panthera und Lamien lösen wollen, das auch am Ende des BUches noch nicht gelöst ist und damit den Leser mit den Helden zusammen weiterfiebern lässt.
“Arkadien erwacht” verstrickt eine spannungsgeladene Liebesgeschichte mit einem Hauch von Romeo-und-Julia-Flair mit den finsteren Machenschaften der Mafia und einem düsteren Mythos um Gestaltwandler und Tiermenschen, auf denen der Fluch eines legendären arkadischen Königs liegt. Kai Meyer gelingt es, Realität und Mythos so miteinander zu verknüpfen, dass eine spannende, realistische und doch phantastische Geschichte entsteht, die man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Rosa ist eine mutige, schräge Protagonistin, die erfrischend weit weg von den einen mysteriösen Helden anschmachtenden Romantasymädchen ist. Sie ist selbstbewusst, weiß, was sie will, kennt Angst, leidet unter einem Trauma und überwindet es, ohne dabei übermäßig heldenhaft zu wirken. Sie ist neben allen Mythen und Mafia-Spinnennetzen immer noch ein Mensch, und das macht sie so sympathisch.

30 Tage übers schreiben bloggen: Aufgabe 24

24. How willing are you to kill your characters if the plot so demands it? What’s the most interesting way you’ve killed someone?
Fällt es mir leicht, Figuren umzubringen, wenn es sein muss? Nein, nicht wirklich. Wenn es mir leicht fallen würde, eine Figur einfach so aus der Geschichte gehen zu lassen, dann kann sie auch nicht wichtig gewesen sein und ich sollte mir überlegen, ob es nicht besser ist, sie von Anfang an zu streichen.
Manchmal muss es einfach sein, dass eine Figur stirbt. Fürs Drama, für den Plot, um den, der den Verlust erleidet, daran wachsen zu lassen oder ihn vollends zu zerbrechen.
Die interessanteste Art, eine Romanfigur umzubringen? Das war der Tod der Elisabeth aus “Tessa oder das Haus am Ende der Straße”, die im Keller ihres eigenen Hauses in eine Sickergrube stürzte, nachdem sie bei einem Unfall unfreiwillig eine ihr nicht bekannte Geheimtür geöffnet hatte. Die Wand schwang weg, als sie sich abstützen wollte, sie stürzte in die Grube und ertrank. Was dann bei ihrer Nachfahrin Tessa zu einer unerklärbaren Furcht vor Kellern geführt hatte. Andere Figuren starben nicht ganz so spektakulär – einer an einem gegnerischen Schwert, der andere an einem gegnerischen Pfeil von hinten. Fies, aber nicht unbedingt spektakulär. Aber für den Pfeiltoten habe ich bisher die meisten “Wie konntest du nur?” bekommen.

30 Tage übers Schreiben bloggen: Aufgabe 23

23. How long does it usually take you to complete an entire story—from planning to writing to posting (if you post your work)?
Tja, wie lange brauche ich, bis ich etwas wirklich fertig habe? Für einen kompletten Roman plane ich für eine Rohfassung inzwischen ca. 6 Monate ein, inklusive plotten und wenn nötig recherchieren. Danach kommt die Beta-und Überarbeitungsphase, die auch noch mal mindestens einen Monat frisst, je nachdem, wie schnell ein Betaleser liest. Bis ich ein Buch wirklich als fertig betrachte, vergeht meistens ein ganzes Jahr. Im Internet veröffentliche ich kaum noch, höchstens Kurzgeschichten, die für Anthologien geschrieben wurden und keinen Platz bekommen haben. Solche Sachen werden früher oder später auch mal hier im Blog landen.

30 Tage übers Schreiben bloggen: Aufgabe 22

22. Tell us about one scene between your characters that you’ve never written or told anyone about before! Serious or not.
Eine Szene zwischen meinen Charakteren, die nie geschrieben wurde? Hm. Schwierig. Alles, was ich erzählen möchte, kommt auch in meine Geschichten hinein, nur vielleicht manchmal nicht so ausführlich, wie ich es gern hätte. Vielleicht hätten Tessa und Tom eine richtig romantische Liebesszene mit Kerzenlicht und Rotwein verdient, aber es passte einfach nicht mehr rein und es gab während der Geschichte auch keine Gelegenheit dazu, diese Szene zu schreiben.
Feuersänger hätte ich noch einige nette Szenen mehr mit seinem Lehrer gegönnt, aber um in die Geschichte hineinzukommen, konnte ich eben nur die letzten Tage beschreiben, die die beiden zusammen hatten. Vielleicht regt es die Phantasie der Leser an, nicht alles zu schreiben. ich spinne sehr gern Buchgeschichten weiter und frage mich, “was wäre wenn”.