23. April – Welttag des Buches

 

23. April – Welttag des Buches. Heute möchte ich euch ein paar meiner Lieblingsbücher vorstellen – nicht alle, dann würde dieser Artikel viel zu lang werden. Was diese Bücher vereint ist, dass ich sie immer wieder zur Hand nehme und sie mir in verschiedenen Lebenssituationen immer genau das geben, was ich gerade brauche.

Anfangen möchte ich mit Michael Endes Momo, das ich schon seit ewigen Zeiten besitze und bestimmt schon zwanzig Mal gelesen habe, wenn nicht öfter. Momo ist mein Anti-Stress-Buch. Meine Kurzzeit-Therapie gegen die Symptome unserer oft so gehetzten Welt (ganz ehrlich – die Corona-Krise ist schlimm, ihre Auswirkungen noch vollkommen unvorhersehbar, aber was ich ihr gerade an Positivem abfinde, ist diese komplette, vollkommene Entschleunigung meines Lebens). Momo hilft mir gegen das „Ich habe überhaupt keine Zeit“-Syndrom. Denn diese Geschichte zeigt mir, dass wir oft nicht keine Zeit haben, sondern uns für bestimmte Dinge einfach keine Zeit nehmen.

In eine ähnliche Richtung geht Sergio Bambarens Buch Ein Strand für meine Träume, in dem ein gestresster Manager auf wundersame Weise einen Weg findet, aus seinem viel zu vollen Leben auszubrechen und wirklich wieder anfängt zu leben, anstatt nur für seine Arbeit und fürs Geldverdienen zu existieren.

Otfried Preußlers Krabat ist ein Buch, das mich an eine meiner schönsten Lebensphasen erinnert: mein Studium. Bei der Familie einer lieben Freundin, die ich während meiner Studienzeit kennenlernte, war es Brauch, in der Adventszeit abends zusammen zu sitzen und Krabat vorzulesen. Seitdem gehört Krabat für mich untrennbar zur Adventszeit, und ich lese es jedes Jahr im Dezember wieder.

Kondorkinder von Sabrina Železný, hier stellvertretend für beide Bände der Zweite, ist eines meiner Wohlfühlbücher – und gerade der zweite Band auch mein Therapiebuch gegen Schreibblockanden, denn auch die Protagonistin Malinka quält sich mit einer solchen Blockade herum. Sie bekommt am Ende der Geschichte ihre Fähigkeit zu schreiben zurück, und das gibt mir in schwierigen Schreibphasen immer die Hoffnung, dass es nur besser werden kann, und dass manche Dinge einfach Zeit brauchen.
Als ich Ein geschenkter Tag von Anna Gavalda bei meiner Schwiegermutter fand und die ersten Zeilen las, war ich umgehend verliebt. Nicht nur, weil ich schon im ersten Kapitel dieses wunderbaren Buches aus dem Lachen nicht herauskam, sondern auch, weil dieser geschriebene Roadtrip so herrlich schräg und humorvoll ist und dazu noch so wertvolle Lebenslektionen erteilt, dass ich dieses Buch einfach lieben muss.

Auch von Schwiegermutter dauerentliehen: Das Lavendelzimmer von Nina George. Eine Liebeserklärung an Bücher, eine Liebeserklärung an das Lesen, die Liebe, die Provence. Ein ganz und gar wunderbares Buch, dessen Zauber ich schon nach wenigen Zeilen vollkommen erlag. Ein Familiengeheimnis, eine sich langsam entwickelnde Liebesbeziehung und eine schwimmende Bibliothek auf der Seine. Eine Flussfahrt der ganz besonderen Art, feinfühlig und einfühlsam erzählt. Mit diesem Buch habe ich immer wieder mal ein Date.

Noch eine Liebeserklärung an Bücher und das Lesen, aber auch das Schreiben: Die Stadt der träumenden Bücher von Walter Moers. Anfangs war ich mir nicht ganz so sicher, ob ich mit einem als Autor arbeitenden Lindwurm zurechtkommen würde, aber die Zamonien-Romane von Moers haben eine so eigene, einnehmende Magie, dass ich irgendwann einfach in den Roman hineingesogen wurde und gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen.

Dieser Beitrag wäre nicht von mir, wenn nicht wenigstens ein Katzenbuch dabei wäre. Ganz besonders gefangengenommen hat mich Das Glück, von einer Katze gefunden zu werden von Anna Duperey. Dabei ist dieses Buch keine Katzengeschichte in dem Sinne, dass Katzen die Hauptrolle spielen. Es ist ein autobiografischer Roman über das Leben, den Tod und alles dazwischen, und wie Katzen alle Lebensabschnitte der Autorin immer wieder bereichert haben. Ein Buch über Begegnung und Abschied, über Finden und Verlieren und einfach nur zum heulen schön.

Ein bisschen Fantasy muss natürlich auch sein. Stellvertretend für Mercedes Lackeys Valdemar-Romanreihe steht hier Magic’s Pawn, der erste Band der Trilogie um Herald Vanyel. Dieses Buch ist ein Meilenstein für mich, denn es ist der erste Fantasyroman mit queeren Figuren, den ich je gelesen habe. Herald Vanyel ist schuld daran, dass ich inzwischen selbst Gay Romance-Fantasy schreibe.

Zum Schluss ein absolutes Fantasy-Highlight, das mich vor allem wegen seiner unglaublich starken und wunderbar geschriebenen Protagonistin gefesselt hat: Die Tamír-Trilogie von Lynn Flewelling, hier stellvertretend für die Reihe der erste Band The Bone Doll’s Twin. Eindringlich werden in dieser Fantasy-Reihe das Thema sexuelle Identität behandelt – denn Protagonistin Tamír ist den ganzen ersten Band über durch einen magischen Bann ein Junge. Was dieser Bann für ihre Familie, ihre Mutter und sie selbst bedeutet, wird erst im Lauf der Reihe deutlich. Eindringlich, bedrückend, düster und absolut faszinierend.

Das war ein kleiner Einblick in meinen Bücherschrank. Ich hoffe, er hat euch gefallen und vielleicht den einen oder die andere dazu angeregt, auch mal in eines dieser Bücher reinzulesen. Viel Spaß!

Neuerscheinung: uferlos: Der Schöne und das Biest 2: Dämonenfürst

Mit Dämonenfürst präsentiert das Autor*innenkollektiv Die Uferlosen den zweiten Band der neuen uferlos-Reihe “Der Schöne und das Biest”. Alle Romane der Reihe können unabhängig voneinander gelesen werden, da sie als reihenübergreifendes Thema “Der Schöne und das Biest” individuell interpretieren und über KEINEN übergreifenden Handlungsbogen verfügen. Jeder Roman zeigt einen anderen Schönen, ein anderes Biest und ein anderes Umfeld.

Ein Blick hinter düstere Fassaden, der die Wahrheit enthüllt. Eine Liebe, die alles verändert.

Das Autorenkollektiv Die Uferlosen präsentiert: »Der Schöne und das Biest«. In jedem Buch wird das Thema neu interpretiert, aber eins haben alle Bände gemeinsam: Sie sind Balsam für das Herz.

Klappentext:
Wie immer ist es die Generation, die gerade am Ruder ist, die sich mit den Fehlern der Vorherigen herumschlagen muss. So auch Fürst Tesario, der von seinem Urahn nicht nur ein Fürstentum, sondern auch einen Pakt mit einem grausamen Dämon geerbt hat. Der Dämoen will nur eins: Macht. Und Tesario ist sein Werkzeug, sein Spielball, sein Sklave.
Bis vollkommen unerwartet Leandis auftaucht, dessen Familie über Generationen hinweg mit Tesarios verbündet war – bis die Sache mit dem Dämon passierte. Als Tesarios Berater ist er ganz nah dran – an Tesarios Grausamkeiten, aber auch an seinen Albträumen, seiner Panik und seinem Schmerz. Denn dass es besessen ist, ist Tesario garnicht bewusst.
Schließlich gewinnt Leandis Tesarios Vertrauen – doch kann er den unberechenbaren Mann, zu dem er sich mehr und mehr hingezogen fühlt, wirklich retten?

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Schreibgeflüster Folge 2

Hallo und herzlich Willkommen zu Podcast #2! In dieser Folge erzähle ich noch ein bisschen mehr zu meinem neuen Roman “Dämonenfürst”, Band 2 der Uferlos-Reihe “Der Schöne und das Biest”. Sorry für das “Schnaufen” … irgendwie habe ich das mit dem Headset und dem Mikro noch nicht so ganz raus! 🙂

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Dämonenfürst

Lins:
Die Uferlosen
“Dämonenfürst” vorbestellen

Kleiner Hinweis: Diese Webseite wurde vor kurzem auf einen anderen Server umgezogen und hat noch ein paar Kinderkrankheiten, die in den nächsten Stunden behoben werden.

Schreibgeflüster: Tinas Podcast!

Hallo ihr Lieben,

unter dem Stichwort “Podcast” findet ihr jetzt genau DAS! 🙂 Von mir gibt es jetzt ab und an mal was auf die Ohren. Viel Spaß beim Zuhören! Demnächst gibt es mehr!

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Jetzt geht's los!

Intromusik: Eigenkomposition, alle Rechte bei mir.

 

Tina liest: “Kaiserband” von Tanja Rast

„Kaiserband“ von Tanja Rast ist der Auftaktroman der neuen Reihe „Der Schöne und das Biest“ des Autor*innenkollektivs „Die Uferlosen“. Wie schon in der vorangegangenen Reihe „Seelengefährten“ werden sich verschiedene Autor*innen mit dem Thema „Der Schöne und das Biest“ beschäftigen – angelehnt an das bekannte Märchen und doch vollkommen anders.

Kaiserband erzählt die Geschichte des blutjungen Kaisers Calino, der von seinem Onkel schon von Kindesbeinen an für den Thron vorbereitet wurde – allerdings in einer Weise, die eher dem Onkel selbst zugutekommt, als dem Kaiser selbst oder dessen Reich. Calino badet im Sonnenlicht von Reichtum und Ruhm, ist es gewöhnt, dass er alles, wonach er die Hand ausstreckt, umgehend bekommt, und bezieht das nicht nur auf Gegenstände, sondern auch auf Menschen. Neuestes Objekt seiner Begierde ist Arenakämpfer Borean, der in der Arena gelandet ist, um einem Todesurteil zu entgehen.
Als Calino beginnt, ihn mit Geschenken zu überhäufen und auf seine ganz eigene Calino-Art um ihn zu werben, führt das bei Borean eher zu unangenehmer als zu aufregend prickelnder Gänsehaut. Als Borean in der Arena verwundet und auf Calinos Befehl hin in den Palast gebracht wird, kann sich der Arenakämpfer Calinos Annäherungsversuchen nicht mehr entziehen – und fühlt sich in die Enge getrieben wie ein Tier.

Denn Calino wirbt nicht. Calino stellt Borean auf einen Sockel, bewundert ihn, überhäuft ihn mit Rosen, Süßigkeiten und Schmuck und will nichts anderes, als diesen wunderbaren Mann in sein Bett bekommen. Borean fühlt sich alles andere als umworben, und sieht bald nur noch einen Ausweg, um Calino zu entkommen. Erst, als es schon beinahe zu spät ist und Calino Borean beinahe verliert, lernt der junge Kaiser, dass er einen schwerwiegenden Fehler gemacht hat.
Kaiserband beginnt als Roman einer toxischen Beziehung. Dabei beschönigt und romantisiert die Autorin nichts und schildert in bildgewaltiger Sprache Boreans Widerwillen gegen die Annäherungsversuche des Kaisers und zeigt in einer so unter die Haut gehenden Weise Boreans Gefühle, dass ich beim Lesen mehr als nur einmal Ekelschauer und Mitgefühl für den großen Krieger spürte. Erst als Calino erkennt, wie sehr seine Art zu werben Borean in die Enge getrieben hat, beginnt er langsam, sich zu verändern, zu lernen und einzusehen, dass das, was er für Liebe gehalten hat, nichts als Begehren gewesen ist. Aus der zarten, sich auf der neuen Basis von gegenseitigem Respekt, Mitgefühl und Verständnis aufbauenden Freundschaft wird am Ende die Liebe, die Calino sich immer gewünscht hat.

Dass die beiden ungleichen Männer schließlich ihr Glück finden und Calino sich gegen seinen intriganten Onkel stellen kann, verdanken sie nicht zuletzt einer wunderbaren starken Frauenfigur: der Kaiserin Atisa, die von Calino ein Kind erwartet und von ihrem eigenen Vater zu einer pragmatisch und strategisch denkenden, selbstbewussten Frau erzogen wurde. Atisa ist für Borean ein Licht in der Dunkelheit und für Calino der Anker, den der bisexuelle Kaiser dringend braucht – und die Dreiecksbeziehung, die Kaiser, Kaiserin und Kämpfer am Ende verbindet, hat mich als Leserin ausgesprochen zufrieden zurückgelassen.
Kaiserband ist ein regenbogenbunter Roman, der ohne explizite Sexszenen dennoch knistert und eine zu Anfang extrem toxische Beziehung als genau das schildert: als eine toxische Beziehung, an der nichts romantisch ist. Ich bin froh über diesen Roman und seine Botschaft und vergebe volle 5 Sterne. Und das nur, weil es keine sechs gibt.

Schwere Buchgeburt – schreiben mit dem “schwarzen Hund”

Ein Thema, mit dem ich sehr offen umgehe: ich habe Depressionen. Nicht immer, aber doch latent lauert der „Schwarze Hund,“ den ich erstmals 2011 so richtig heftig bellen hörte, irgendwo in einer Ecke in meinem Leben und wächst gerade in stressigen und belastenden Zeiten von Chihuahua-Größe auf den Umfang einer ausgewachsenen Dänischen Dogge heran.

Das erste Halbjahr 2019 war für mich extrem belastend und stressig – im Brotjob war jede Menge los, ein wichtiger Abschlussbericht musste unter Zeitdruck fertiggestellt werden, ein Haufen Workshops, die wir planen und durchführen mussten, stand vor der Tür. Termindruck an jeder Ecke, auch in meinem Nebenberuf als freie Autorin.

Dazu ging es meinem schon lange erkrankten und im Pflegeheim lebenden Vater zusehends schlechter – sehr schwer zu ertragen für meine Mutter und mich, und irgendwo auch eine Belastung für unser Mutter-Tochter-Verhältnis.

Mein einziger Lichtblick in dieser Zeit: eine mir eigentlich wegen Schreibtischtäter-Rückenproblemen verordnete Reha, an meiner geliebten Nordsee in Norddeich. Direkt vor der Haustür, nahe genug an Familie und Freunden, um da zu sein, wenn es mal irgendwo brennen sollte, und doch weit genug weg, um den Kopf frei zu bekommen.

Während dieser Zeit hielten mir liebe Kolleg*innen im Brotjob den Rücken frei, und meine wunderbaren Uferlosen  unterstützten mich bei meinen aktuellen Buchprojekten. Liebesflammen 3 – Schatz der Tiefe (LINK) sollte unbedingt vor der Reha noch raus, und DU Seelengefährten 5 – Kriegerblut zumindest im Rohbau fertig sein, damit während meiner 4 Wochen Reha die Betaleser Zeit genug haben würden, all meine kleinen Patzerchen aufzuspüren.

Das Problem daran nur: Kriegerblut musste erst einmal fertig geschrieben werden. Und meine riesige Dänische Dogge tat alles, um mich davon abzuhalten.

Sie brachte einen Riesenhaufen Selbstzweifel mit. Schon beim Öffnen des Manuskriptes hatte ich Bauchweh und Herzklopfen und das unbestimmte Gefühl, über 50.000 Wörter Müll geschrieben zu haben. Ich wollte weiterschreiben und das Buch beenden, aber ich konnte es nicht. Ich fand alles nur noch doof, nur noch schlecht, nur noch „blah“. Schlecht geplottet, schlecht geschrieben, alles Mist. Fragt nicht, wie oft ich kurz davor war, alles zu löschen.

Da kam die Rettung in Form von wunderbaren Zwischen-Testlesern. Ich wollte keine Komplimente, kein Kopftätscheln und keine Streicheleinheiten. Ich wollte einen unverschleierten, ruhigen Blick auf das Ganze und eine Stimme der Vernunft, die mir sagt: Ja, du hast recht, das ist alles Käse, fang noch mal neu an. Oder : Nein, du schielst da gerade mit der Depressionsbrille drauf, klar, was zu verbessern gibt es immer, aber das Buch ist nicht schlecht.

Ich glaubte meinen Betas, überarbeitete den teilweise etwas zerlaberten Anfang, straffte hier, ergänzte da, fabrizierte ein in meinen Augen tatsächlich brauchbares Ende, schickte das Buch wieder an die Betas – und mich in die Reha und den Schreiburlaub. Ich hatte erkannt, dass ich wirklich dringend eine Pause brauchte, so ungern ich das auch vor mir zugeben wollte.

Im Grunde bin ich kein Arbeitstier. Ich weiß inzwischen, wie eine vernünftige Work-Life-Balance aussieht, und dass auch ein Nebenjob wie meine Autorentätigkeit, die mir Spaß macht, trotzdem ARBEIT ist. Schließlich sitze ich auch dabei am Schreibtisch, strenge meinen Kopf an und hacke auf einer Tastatur herum.

Wie durch ich wirklich war, habe ich erst gemerkt, als ich in meiner Rehaklinik in Norddeich angekommen war und wirklich mal alles von mir schmeißen konnte: Familie, Berufe, Nebenjob, das alles rückte in den Hintergrund, als ich das Aufnahmegespräch führte. Ich wusste: hier geht es nur um mich, das ist ganz allein für mich und meins – und ich darf das. Das hatte ich zuvor mit meiner Mutter besprochen: sie war sehr einverstanden, dass ich gefahren bin, und fühlte sich nicht von mir im Stich gelassen (was mir extrem wichtig war). Inzwischen hatte sie Unterstützung bei Vaters Betreuung durch eine wunderbare Mitarbeiterin vom Hospizdienst. Auch für mich eine große Beruhigung. Ich konnte ohne schlechtes Gewissen etwas für mich tun. Wieder anfangen, Sport zu treiben. Nichts zu müssen – außer, mich an meinen Therapieplan zu halten, aber dafür war ich ja nun mal dort. Es gefiel mir, es tat mir gut. Ich war am Meer. Allein das ist schon Therapie für mich. Endlich mal wieder entspannen- ich wusste gar nicht mehr, wie das geht.

Die Schreibpause tat gut. Ich wusste mein Kriegerblut in guten Betaleserhänden, wusste, dass ich den angepeilten Veröffentlichungstermin würde halten können. Ich wurde von Tag zu Tag gelassener. Und wieder so stabil, dass ich auch damit umgehen konnte, dass während meiner Rehazeit mein Vater verstarb – nach so langer, so schwerer Krankheit, dass meine Mutter und ich trotz aller Trauer in erster Linie Dankbarkeit empfunden haben.

Ich war überrascht von mir selber, wie gut ich plötzlich wieder mit Dingen umgehen konnte, die mich vor der Reha direkt in eine Panikattacke manövriert hätten. Zusammen mit meiner Mutter konnte ich Trauerfeier und Bestattung planen, ich konnte ihr bei dem echt aufwändigen Papierkram helfen und wieder geduldig mit ihr umgehen, was vor der Reha sehr schwer für mich war.

Und ich fing an, wieder schreiben zu wollen. Ideen kamen aus dunklen Ecken gekrochen. Der Schwarze Hund war wieder ein Chihuahua, sie kamen jetzt wieder an ihm vorbei. Erst mal habe ich sie nur notiert, inzwischen sind sie ausgearbeitet, und ich schreibe wieder: am nächsten Band für die Liebesflammenreihe und an einem längeren Roman für eine weitere Uferlos-Reihe, die im kommenden Jahr starten soll.

Alles ohne Deadlines, ohne Termindruck, denn der tut mir nicht gut. Den habe ich schon im Brotjobzu Genüge. Schreiben ist immer noch ein Nebenjob. Klar, ich bekomme Geld für meine Bücher, aber noch nicht genug, um den Brotjob reduzieren oder gar kündigen zu können. Jetzt heißt es „raus, wenn fertig“ – und fertig bedeutet, geschrieben, gereift, überarbeitet, betagelesen und korrigiert.

Und wenn der Schwarze Hund wieder dazwischenfunkt, dann muss ich auch mit Zeiten leben, in denen ich nicht kreativ sein kann – und dann auch das Schreiben nicht erzwingen. Denn das weckt nur wieder den großen inneren Nörgelkritiker auf. Und der wiederum geht nur allzu gern mit dem großen Hund Gassi. Und wenn die beiden sich miteinander verbünden – dann sollte ich vielleicht die nächste Auszeit nehmen.

Ja, auch depressive Menschen können kreativ sein, oft sind sie sogar extrem kreativ. Aber es wird immer wieder Zeiten geben, in denen die Depression zu mächtig ist und alles kreative Denken lähmt.

Wenn ihr auch zu diesen Menschen gehört: versucht, die Kreativität in der dunklen Phase nicht zu erzwingen. Tut euch was Gutes. Nehmt, wenn ihr könnt, eine Auszeit. Sucht euch Hilfe. Und wenn ihr könnt, geht offen mit eurer Erkrankung um. Psychische Erkrankungen und Beeinträchtigungen sind immer noch viel zu unsichtbar, werden immer noch stigmatisiert. Da sind Menschen nötig, die den Mut haben, den offenen Umgang damit vorzuleben und anderen zu zeigen: wir sind da. Du bist nicht alleine damit.

Neuerscheinungen!

Hallo ihr Lieben,

ja, ich bin noch da, mich gibt’s noch! und es gibt inzwischen auch neue Bücher aus meiner Feder! Die “Liebesflammen”-Reihe ist um einen weiteren Band gewachsen, ebenso die “Seelengefährten”-Reihe des Autor*innenkollektivs Die Uferlosen – ich freue mich immer noch ganz extrem darüber, bei diesem tollen Haufen mitmachen zu dürfen.

Aber jetzt zu den Büchern:

Inzwischen gar nicht mehr SO brandneu, aber erst jetzt hier im Blog angekommen: „Schatz der Tiefe“, der dritte Band meiner Gay Fantasy Romance-Reihe „Liebesflammen“.
Worum geht es?
Seit dem Tod seiner Mutter ist Fischer Nalukomao vom Unglück verfolgt: seine Netze bleiben leer, sein Geliebter Labeku verschollen auf See, und sein Schuldenberg wächst in den Himmel. Nur eine alte Sage gibt ihm noch Hoffnung. So bricht er auf, um den legendären Schatz der Tiefe zu suchen.
Anstelle von Gold und Juwelen findet Nalu eine grimmige Piratenbande, die ebenfalls auf Schatzsuche ist … und leider überzeugt, dass er den Weg zur Beute kennt. Und nicht nur das – auch sein verloren geglaubter Geliebter ist an Bord gefangen. Nach viel zu kurzer Wiedersehensfreude sind die Liebenden überzeugt: was auch immer der Schatz der Tiefe ist, er darf um keinen Preis der Welt den Piraten in die Hände fallen.
Als ein Unwetter aufkommt, läuft das Schiff auf ein Riff auf. Nalu und sein Liebster haben den Tod vor Augen – doch dann finden sie sich in einer Höhle wieder, in der Gesellschaft eines mysteriösen Fremden – schön und geheimnisvoll wie das Meer selbst.

 

Irgendwann kam das Autor*innenkollektiv Die Uferlosen (ich freue mich immer noch ganz extrem darüber, bei dieser tollen Truppe mitmischen zu dürfen) auf die Idee, themenbezogene Reihen zu veröffentlichen, deren einzelne Bände inhaltlich nichts miteinander zu tun haben, wohl aber thematisch. Die erste dieser uferlosen Reihen ist inzwischen auf fünf Bände angewachsen. Und dieser fünfte Band unter dem Titel „Kriegerblut“ stammt aus meiner Feder.

Das Seelengefährten-Thema hat mich schon immer sehr angesprochen, darum war es klar, dass ich auch einen Band zur Reihe beisteuern wollte. „Kriegerblut“ greift dazu noch die schon oft und gern in der Fantasy verwursteten Themen „ewiger Kampf zwischen Licht und Dunkel“ und „wiedergeborene alte Held*innen“ mit auf. Aber da ich meine Leser*innen nicht mit der Klischeekeule erschlagen wollte, ist in „Kriegerblut“ einiges anders als man es erwarten könnte.

Ayas und Khasrir, die beiden Seelengefährten (die sich natürlich erst mal finden müssen), gehören zu zwei sehr verschiedenen, aber doch eng miteinander verbundenen Völkern. Einst standen sich die in jeder Hinsicht hellen, dem Licht zugewandten Shirjana mit den gefiederten Vogelschwingen und die dunklen, der Nacht und der Finsternis zugehörenden Vinashu mit der Schuppenhaut und den Drachenflügeln auf dem Schlachtfeld gegenüber. Licht gegen Dunkel, Tag gegen Nacht, nirgends ein Gleichgewicht. Bis zu dem Zeitpunkt, in dem eine Shirjana in einem Vinashu ihren Seelengefährten erkannte.
Damit änderte sich alles – immer mehr Vinashu und Shirjana erkannten einander als Seelengefährten, und zu Ayas‘ und Khasrirs Zeit sind beide Völker eins.

Der Klappentext verrät es:
So alt wie die Welt: der Krieg zwischen Licht und Finsternis.
Den lichten Shirjana und den dunklen Vinashu ist es gelungen, aus dem ewigen Kreis des Kampfes auszubrechen und ein Gleichgewicht zu finden: Jeder Shirjana findet in einem Vinashu seinen Seelengefährten.
Der feinfühlige Shirjana Ayas schlägt sich mit Selbstzweifeln herum: Obwohl er bereits ein Mann ist, hat er seinen dunklen Gefährten bisher nicht gefunden. Noch dazu plagen ihn Albträume, die ihn immer wieder an denselben Ort führen: mitten hinein in eine blutige Schlacht. Als beim jährlichen Treffen der Völker die Abordnung des Sand-Clans ausbleibt, befürchten die Ältesten eine Verbindung zu Ayas’ Träumen. Zusammen mit den Kundschaftern schicken sie ihn aus, um nach den Vermissten zu suchen.
Als Ayas dabei endlich seinem dunklen Seelenbruder begegnet, findet er so viel mehr. Denn auch Khasrir hat Träume, die den sonst so stolzen, selbstsicheren Grenzwächter bis ins Mark erschüttern, führen sie ihn doch auf dasselbe Schlachtfeld, das auch Ayas im Schlaf immer wieder betritt. Gemeinsam machen sich die Seelengefährten auf, um ihren Träumen auf den Grund zu gehen – und stoßen auf ein uraltes, entsetzliches Geheimnis …

 

Tina liest: “Seelenraub – DU Seelengefährten 4” von Kaye Alden

Mit “Seelenraub” erschien  nicht  nur  der  zweite  Band der “Ewigen Seelen” von Kaye Alden, sondern auch der vierte Band der “Seelengefährten”-Reihe des Autorenkollektivs “Die Uferlosen”.

“Seelenraub” erzählt die aufregende, spannende Liebesgeschichte von Gabriel, der ewigen Seele, und seinem Seelengefährten David weiter – und ebenso deren Suche nach dem entführten Yves, ebenfalls eine ewige Seele und bester Freund Gabriels.
Um Yves zu finden, fasst Gabriel einen Plan, der David so gar nicht schmeckt: anscheinend gibt es jemanden, der es auf ewige Seelen abgesehen hat, nachdem vor Yves bereits Maurice verschwunden war, ebenfalls eine ewige Seele. Also will Gabriel sich als Köder anbieten und sich selbst entführen lassen, um dem Verbrecher, der es auf seine Freunde und ihn abgesehen hat, auf die Schliche zu kommen und ihm das Handwerk zu legen. Gemeinsam reisen Gabriel und David nach Frankreich, wo eine weitere ewige Seele mit ihrem Gefährten lebt und gerade mit einer Luxusyacht nahe Marseille unterwegs ist. Mireille und ihr Gefährte Rodriguez bieten mit ihrer Yacht L’ange dechu ein wunderbar luxuriöses Quartier, das David jedoch so gar nicht genießen kann, weiß er doch, dass bei jedem Ausflug, bei jedem Landgang, eigentlich rund um die Uhr sein geliebter Gabriel in der Gefahr schwebt, entführt zu werden. Denn natürlich passen die Bodyguards, die ihnen stetig folgen, nur zum Schein auf Gabriel auf. Und auch die Anwesenheit des charmant-burschikosen Rattenwandlers Pierre kann David nicht davon abbringen, sich um Gabriel zu sorgen.

Auch die Tatsachen, dass Gabriel David erzählt, welche Auswirkungen es haben wird, wenn ewige Seele und Seelengefährte sich endgültig aneinander binden, und David von Rodriguez erfährt, wie eine ewige Seele in den Zeiten, in denen sie auf die Wiedergeburt ihres Gefährten wartet, leidet, machen David das Leben nicht einfacher.

Und als Gabriel dann tatsächlich entfährt wird und die Ereignisse sich zu überschlagen beginnen, wird auch Davids schon jetzt turbulentes Leben noch mehr auf den Kopf gestellt. Vor allem, als die Gefährten erfahren, wer tatsächlich hinter den Entführungen steckt, und aus welchem Grund …

Kaye Alden gelingt es wunderbar, alle in Band 1 (“Seelensuche”) angelegten Handlungsstränge in der Fortsetzung aufzunehmen und zu verknüpfen und alle aufgeworfenen Fragen zu beantworten. Dabei arbeitet sie gekonnt mit kleinen Cliffhangern und lässt ihre Leser*innen mit David in seiner Sorge um Gabriel leiden. Mireille und Rodriguez bilden ein sympathisches Paar von Sidekicks, auf deren Yacht man selber gerne einmal Urlaub machen würde, und Pierre mit seiner Kodderschnauze und seinem Humor und Charme schafft es immer wieder, auch ernsteste Situationen zu retten, ohne dabei zum reinen Comic Relief zu werden.
“Seelenraub” kommt insgesamt etwas flotter und schneller daher als “Seelensuche”. Das höhere Tempo tut der Geschichte gut, denn schließlich fiebert man ja auch als Leser*in mit den sympathischen Figuren des Zweibänders mit.
Auf jeden Fall eine ganz klare Leseempfehlung – auch für den Sommerurlaub.

Tina liest: “Seelensuche – DU Seelengefährten 3” von Kaye Alden

Und da ist er, der dritte Band der Uferlos-Reihe „Seelengefährten“ und der erste Band von Kaye Aldens Zweiteiler „Ewige Seelen“, der demnächst mit „Seelenraub“ fortgesetzt wird. Wie alle Autorinnen der Reihe hat sich auch Kaye Alden dem Thema „Seelengefährten“ gewidmet und aus ihrer Sicht in einer wieder ganz anderen Geschichte von den Seelengefährten Gabriel und David erzählt. Um es gleich vorweg zu nehmen: „Seelensuche“ ist weder Mondmal 3 noch Flammensturm 2. Es ist wie alle Bände der uferlosen Seelengefährtenreihe eine ganz neue, ganz andere Geschichte, auf ihre eigene Art erzählt. Seelensuche kommt mit deutlich weniger Action daher, bringt aber trotzdem Spannung mit – und ganz, ganz große Gefühle.

Worum geht es:
Ewige Seelen, gefangen im immerwährenden Kreislauf von Tod und Wiedergeburt ihrer wahren Gefährten …
So hat sich David sein Leben nach dem Studium nicht vorgestellt. Alle seine Freunde sind tollen Jobangeboten folgend in andere Städte gezogen; einzig er ist gezwungen, bei Tim Hortons zu arbeiten, um sich über Wasser zu halten. Und all das nur, weil ihn etwas in Vancouver festhält, das er nicht benennen kann. Sein Glück scheint sich zu wenden, als er Gabriel begegnet – charmant, gut aussehend und offensichtlich von ihm fasziniert.
Gabriel ist eine ewige Seele – gegen Alter und Krankheit gefeit, lebt er bereits seit über zweihundert Jahren. Immer auf der Suche nach seinem Gefährten ist er dazu verdammt, David zu finden, zu lieben und an den Tod zu verlieren. Halt in den grauen Jahren zwischen Davids Leben gibt ihm sein bester Freund, eine ewige Seele wie er.

Doch jemand oder etwas scheint Jagd auf ewige Seelen zu machen, denn eine nach der anderen verschwindet. Und diese Bedrohung nähert sich Gabriels Freundeskreis.
Einfühlsam erzählt Kaye Alden die sich zart entspinnende Liebesgeschichte zwischen David und Gabriel. Seelensuche ist ein ruhiger Roman, der sich vor allem den Gefühlen der Helden widmet und ihre Entwicklung auf unaufgeregte und dennoch spannende Weise beschreibt. Denn David merkt schnell, dass Gabriel von Geheimnissen umgeben ist, ganz besonders in dem Moment, in dem sich die unheimliche Jagd auf ewige Seelen auf Gabriel selbst richtet und er sich und David im letzten Moment durch einen Zauber retten kann. Natürlich wirft all das in David Fragen auf, und seine Reaktion ist nur zu verständlich: er flüchtet. Und Gabriel versucht, seinen Seelengefährten auf die einzig mögliche Art zurückzugewinnen: indem er ihm die Wahrheit sagt.

Und dann saß ich hier und wartete nägelkauend auf die Fortsetzung dieser hinreißenden, gefühlvollen, unter die Haut gehenden Liebesgeschichte und hoffte, dass sich für Gabriel und David alles zum Guten wendet. Zur Fortsetzung erfahrt ihr im nächsten Blogeintrag etwas.

Tina liest: “Das gefälschte Siegel – die Neraval-Saga 1” von Maja Ilisch

Sollte ich dieses Buch mit wenigen Worten zusammenfassen, würden mir als erste diese einfallen: Traue niemandem. Vor allem dir selbst nicht. Und würde man ein Kammerspiel, ein Charakterstück, mit einem High Fantasy-Roman kreuzen, dann würde garantiert Das gefälschte Siegel dabei herauskommen, der erste Teil der Neraval-Saga von Maja Ilisch, die mit diesem Buch ihr High Fantasy-Debüt bei Klett-Cotta feiert.

Das Cover ist schon mal ein echter Hingucker mit der wie ein Siegel angeordneten Titelei, und in der Landschaft, in der ich vage die vier Gefährten erkenne, die die Handlung des Romans tragen, sehe ich ein Abbild der Stadt im Nebelreich.

Worum geht es? Um Kevron, der einst ein begnadeter Fälscher war, steht es nicht zum Besten. Schulden, Alkohol und sein angeborener Hang zur Faulheit haben ihn fest im Griff. Da klopft es eines Tages an seine Tür. Vor der Kammer steht kein Geringerer als der geschwätzige Prinz Tymur und sein Anliegen duldet keinen Aufschub.

Es ist das größte und gefährlichste Geheimnis des Landes: Vor vielen Tausend Jahren brachten der sagenumwobene Held Damar und die Zauberin Illiane einen Erzdämon zur Strecke und bannten ihn in eine Schriftrolle. Unter den wenigen, die davon wissen, gibt es einen schrecklichen Verdacht: Wurde das Siegel der Rolle gebrochen? Ist der Dämon entwichen?
Ein verlotterter Fälscher Namens Kevron Kaltnadel erhält vom König den Auftrag der Sache nachzugehen. Es ist ungemütlich, es ist anstrengend und es ist gefährlich – aber Kevron bleibt keine Wahl. Die Spur führt ins ferne Nebelreich und wer hier verlorengeht, den wird man nicht vermissen.

Der Auftakt der Neraval-Saga kommt spannend daher, aber ohne große Action, und doch mit allem, was eine High Fantasy-Geschichte braucht: einem sagenumwobenen Helden, einem gebannten Dämonen, machtvoller Magie, einem fremdartigen Volk und kryptische Prophezeiungen. Auf der Bühne stehen vier Gestalten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Prinz Tymur, der in ständiger Furcht davor lebt, den Dämon bereits befreit und von ihm besessen zu sein. Fälscher Kev Kaltnadel, gefangen in Albträumen und ständig im Kampf gegen seine ganz eigenen Dämonen, von denen Drogen und Alkohol nur die Geringsten aller Probleme darstellen. Der Steinerne Wächter Lorcan, einst einer der erwählten Neun, die in den Katakomben der Burg Neraval die Schriftrolle hüten und vor Zugriff bewahren wollen, seines Postens enthoben durch eigenes Tun – denn Locan entdeckte, wie es um die Steinernen bestellt ist, und fühlte sich nicht mehr wohl dabei, ein Teil davon zu sein: menschlich, schwach und doch nicht so gefeit allen weltlichen Versuchungen gegenüber, wie ein Steinerner es eigentlich sein sollte. Die Vierte im Bunde ist Enidin, eine junge Zauberin, die sich die Teilnahme an der Expedition ins Nebelreich durch Selbstbewusstsein und Forschheit geradezu erschleicht – doch eins muss man ihr lassen, die Kleine ist richtig gut.

Während die vier Gefährten, die eher eine Zwangsgemeinschaft als eine eingeschworene Abenteurertruppe sind, sich auf den Weg ins Nebelreich machen, um die mächtige Ililiané zu finden, die Zauberin, die damals mit Tymurs Ahnherrn Damar den Dämon La-Esh-Amon-Ri in die Schriftrolle bannte, entspinnt sich zwischen den Gefährten ein gelungenes Charakterspiel aus Vertrauen und Zurückweisung, Eigennutz und Hilfsbereitschaft, Vorwürfen und Verzeihen. Und es zeigt sich, dass jeder der Vier seine beziehungsweise ihre ganz eigenen Dämonen mit sich herumschleppt, heißen sie nun La-Esh-Amon-Ri, Wein und Katzenkraut, Loyalität und Liebe oder Wissen, Macht und unbändiger Ehrgeiz. Fast könnte man meinen, in den vier Gefährten gibt sich eine Abordnung von Todsünden die Ehre und versucht, irgendwie die Welt zu retten – jeder auf seine Weise, jeder mit seiner oder ihrer ganz eigenen Motivation und mit ganz eigenen Zielen.

Der Roman endet mit einer überraschenden Wendung, mit der ich so nicht gerechnet habe – da bin ich Maja Ilisch komplett in die Falle gerannt. Ich warne: wer dieses Buch liest und sich in die Figuren verliebt, so wie ich es getan habe, wird am Ende fingernägelkauend da sitzen und sich genötigt fühlen, der Autorin jeden Tag eine Mail mit der Frage Wann geht es weiter? zu schicken.  Ich habe mich mit viel Freude in die abenteuerliche Reise von Kev und Tymur gestürzt. Und falls jemand Tymur schütteln möchte: stellt euch hinten an. Ich zuerst.