Interview: Katharina Seck über “Die Silberne Königin” und andere Dinge

 

Liebe Kati, danke, dass Du dich für dieses Interview zur Verfügung gestellt hast! (Foto: JB_Photographie)

 

Kati: Sehr gern! Vielen Dank für die Möglichkeit!

  1. Erzähl doch mal ein bisschen über Dich. Wer bist Du, wo und wie lebst Du, und was machst Du, wenn Du nicht schreibst?

Kati: Ich bin gebürtige Westerwälderin und lebe in einer kleinen, mittelalterlichen Stadt mit sehr viel Atmosphäre und Wald. Dort arbeite ich im öffentlichen Dienst. Wenn ich nicht gerade arbeite oder schreibe, verbringe ich ganz viel Zeit mit Freunden, Familie, meinem Windhund, Netflix, Büchern, Büchern und Büchern. So oft es geht, versuche ich, Zeit am Meer zu verbringen, wo mein Hund, der ein ebenso passionierter Meerliebhaber ist wie ich, und ich durch Watt und Wasser spazieren.

 

  1. Was schreibst du am liebsten?

Kati: Die letzten Jahre habe ich mich vor allem auf meine Fantasy-Projekte konzentriert. Ich mag es, Welten zu erschaffen, mit Magie zu spielen und der Fantasie freien Lauf lassen zu können. Als Jugendliche habe ich mich selbst am liebsten mit Frodo, Harry Potter, Eragon und Sonea auf Lesereise begeben, daher hat sich für mich schon früh herauskristallisiert, dass die Phantastik auch eins meiner liebsten Schreib-Genre werden wird.

Neben Phantastik schreibe ich auch sehr gern realistische Stoffe, in denen es um Entwicklung, Vergangenheitsbewältigung, Liebe und vor allem um Lebensfreude geht. Im Herbst diesen Jahres wird also mein erster realistischer Roman erscheinen, der mir ganz besonders am Herzen liegt (Anmerkung der Redaktion: das freut mich ganz besonders, denn ich glaube, ich kenne diesen Roman, und er ist wirklich etwas ganz Besonderes, auf das sich alle Leser freuen dürfen).

 

  1. Wo schreibst du? Gibt es Orte, die dich inspirieren?

Kati: Tatsächlich entstehen 95 Prozent meiner Bücher in meiner Wohnung. Mein Zuhause ist mein ganz privater Rückzugsort, in dem ich ungestört und so auch am kreativsten sein kann. Die restlichen fünf Prozent schreibe ich dann dort, wo mein zweites Zuhause liegt: Am Meer.

Ich glaube, es gibt kaum etwas, das mich so sehr inspirieren kann, wie wildes Wellentreiben, Wind, eine salzige Brise und das ozeanblaue Wasser.

 

  1. Aktuell erobert gerade „Die silberne Königin“ aus Deiner Feder den Buchmarkt – ein wunderbares, verzauberndes und poetisches Buch, das, wie ich finde, auch einen klaren Bezug zu unserer eigenen immer mehr erkaltenden Welt hat. Wie bist du auf die Idee zu diesem Buch gekommen?

Kati: Meine Romane entstehen immer mit einem Bild, das sich in meinem Kopf formt. Oft ist es eine atmosphärische Landschaft, ein besonderer Ort, ein magisches Setting. Dazu entwickeln sich dann die Figuren, die in eben dieses Setting passen und in kein anderes. Erst dann baue ich den Plot und die eigentlich Geschichte auf. Silberglanz, also die Stadt, in der „Die silberne Königin“ angesiedelt ist, hat eine winzige Ähnlichkeit mit dem historischen, liebevoll gepflegten Stadtkern meiner Heimatstadt im tiefsten Winter.

 

  1. Du schreibst Fantasy – Was fasziniert dich gerade am Phantastischen?

Kati: Die Möglichkeit, tausend neue Welten zu erschaffen. Tausend neue Welten, die jeder bereisen kann, ganz gleich, wo er sich gerade befindet. Es gibt keine Grenzen, nur Möglichkeiten.

  1. Wenn Du Emma einmal persönlich treffen würdest, was würde sie dir sagen?

Kati: Ich würde ihr sagen, dass ich ihren Mut bewundere. Und manchmal wünschte, ebenfalls so mutig und stark zu sein! Mir ist es in meinen Romane wichtig, starke Heldinnen zu erschaffen, die sich ihren Platz im Leben aus eigener Kraft und mit viel Leidenschaft und Mut erkämpfen.

 

  1. „Die silberne Königin“ ist nicht deine einzige Veröffentlichung. Magst Du ein bisschen darüber plaudern, was Du sonst noch geschrieben bzw. in der Schublade hast?

Kati: „Die silberne Königin“ war meine erste „große“ Veröffentlichung. Vor sechs Jahren erschien in einem Kleinverlag mein Debüt-Roman, danach folgte eine Phase, in der ich viel geübt und Romane für die Schublade geschrieben habe. Einer davon, der oben angesprochene Herzroman, erscheint im Herbst bei Bastei Lübbe. Leider darf ich noch nichts verraten, außer, dass es ein Roman für jeden ist, der sich schon einmal verloren gefühlt hat, aber trotz aller Widrigkeiten für seine Lebensfreude kämpft. Im Frühjahr darf ich dann endlich mehr erzählen!

Außerdem erscheint im Herbst mein nächster Fantasy-Roman, ebenfalls bei Bastei Lübbe. „Tochter des dunklen Waldes“ ist ein Sommer-Roman mit düsterer Romantik und einem verzauberten Wald, der viele Geheimnisse birgt …

 

  1. Gibt es ein Genre, das du niemals schreiben würdest? Warum nicht?

Kati: Man soll bekanntlich niemals nie sagen, aber ich würde behaupten, dass aus mir keine Krimi-Schreiberin wird. Ich lese selbst so gut wie keine Krimis, weil mir persönlich dort oft die Emotionen zu kurz kommen. Aber wer weiß …

 

  1. Hast Du Vorbilder, wenn es ums Schreiben geht?

Kati: Oh ja! Sogar einige! Ganz vorn dabei ist Neil Gaiman, ein ganz begnadeter, wunderbar poetischer Schriftsteller, der mich mit seinen Charakteren und Worten immer wieder berührt. Ich liebe die Magie in seinen Büchern, seine abstrakten Ideen und den bildhaften Schreibstil. Außerdem steckt so viel Weisheit in seinen Werken, dass ich sie immer wieder lesen könnte.

Als großartigen Geschichtenerzähler habe ich Patrick Rothfuss (leider erst im letzten Jahr) für mich entdeckt. Die Königsmörderchronik ist für mich ein Beispiel, wie man eine humorvolle und spannende, aber zugleich sehr epische Geschichte erzählen kann.

 

  1. Hast Du einen (oder auch zwei…) Tipps für Autorinnen/Autoren, die darüber nachdenken, ihr Werk zu veröffentlichen?

Kati: Traut euch. Nehmt euch ein Blatt Papier oder euren Laptop und schreibt. Schreibt, schreibt, schreibt. Übt, so viel ihr könnt. Habt Fantasie und den Mut, sie zu benutzen. Übung und Fantasie sind die besten Lehrmeister überhaupt.

Und für die Zeiten des Zweifels kann ich eine hilfreiche Lektüre empfehlen. Kein Schreibratgeber, sondern mehr eine Biografie, ein Buch für Künstler: „The Art of Asking“ von Amanda Palmer. Kein Buch hat mir mehr Selbstvertrauen in meine eigenen Fähigkeiten gegeben wie dieses Buch.

 

Liebe Kati, danke für dieses Interview und ganz viel Erfolg für die „Silberne Königin“ – die ist nämlich für den Seraph nominiert. 

 

One Reply to “Interview: Katharina Seck über “Die Silberne Königin” und andere Dinge”

  1. Guddy

    Das erinnert mich wieder einmal daran, dass ich Die Silberne Königin auch endlich mal lesen muss!

    Ansonsten kann ich mich mit sehr Vielem identifizieren. Nicht nur was Neil Gaiman angeht 😉

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